Für bessere LöhneReal: 34.000 Supermarkt-Mitarbeiter zum Streik von ver.di aufgerufen

Die Gewerkschaft ver.di ruft 34.000 Real-Mitarbeiter zum Streik für höhere Löhne auf. Die Leitung hatte sich von den Tarifverträgen gelöst. Am Wochenende könnten Filialen geschlossen sein.

Viele der rund 282 Real-Märkte in Deutschland könnten heute und am Wochenende (13. und 14. Juli) geschlossen bleiben. Die Gewerkschaft ver.di hat nämlich alle 34.000 Mitarbeiter des Unternehmens zum Streik aufgerufen laut Informationen WirtschaftsWoche. "Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa). Real hatte sich zuvor von den mit der ver.di vereinbarten Tarifverträgen gelöst. Neu eingestellte Mitarbeiter sollen nach einem Tarif der Gewerkschaft DHV bezahlt werden - und der liegt 23 Prozent unter dem zuvor gezahlten Gehalt. "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten", so Nutzenberger. „Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen."

Real: Supermarkt-Mitarbeiter streiken und fordern faire LöhneJOHANNES EISELE/AFP/Getty Images

 

So reagierte Real auf die Vorwürfe

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft ver.di vor, Tarifverhandlungen jahrelang blockiert zu haben. „Ich frage mich, ob den Verdi-Vertretern eigentlich klar ist, wofür sie überhaupt kämpfen“, sagte Koch in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir reden über 34.000 Arbeitsplätze, da kann ich nicht so tun, als wären Lohnkosten irrelevant für die Ertragsfähigkeit und langfristige Jobsicherung." Koch bezeichnete die neue Lohnanpassung als "markengerecht". Zudem sei das Bewerber-Interesse groß: "Trotz der Umstellung des Tarifmodells vor gut einem Monat haben wir über 800 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt."

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