Suche nach 15-JährigerVermisste Rebecca aus Berlin: Wieso wurde ein Instagram-Bild zum Fahndungsfoto?

Das Instagram-Bild, mit dem die Berliner Polizei nach der vermissten Rebecca aus Berlin fahndet, hat sich in sämtliche Köpfe gebrannt. Aber warum wurde gerade dieses Foto gewählt? 
 

Inhalt
  1. Familie wählt das Instagram-Bild als Fahndungsfoto
  2. Ist das Instagram-Foto von Rebecca richtig gewählt?
  3. Rebecca R.: War es der Schwager?
  4. Die Familie steht hinter dem Schwager 

Seit dem 18. Februar 2019 sucht die Polizei fieberhaft nach der 15-jährigen Rebecca R. aus Berlin. Inzwischen gehen die Beamten davon aus, dass das Mädchen tot ist, und haben Rebeccas Schwager als dringend tatverdächtig verhaftet. Weil der aber zu sämtlichen Vorwürfen schweigt, ist der Fall noch längst nicht abgeschlossen und die Suche geht weiter – mit einem Instagram-Bild, das Rebecca digital bearbeitet zeigt. Wieso hat sich die Polizei Berlin für dieses Motiv entschieden? 

Rebeccas Instagram-Bild dient als Fahndungsfoto.
Rebecca R. aus Berlin ist auf diesem Instagram-Bild digital bearbeitet.
Foto: Polizei Berlin
 

Familie wählt das Instagram-Bild als Fahndungsfoto

Obwohl die Instagram-Aufnahme mit dem Bildverweis "Polizei Berlin" in Umlauf gebracht wurde, waren es nicht die Beamten selbst, die das Bild zum Fahndungsfoto gemacht haben. Diese Entscheidung liegt bei den Angehörigen der Vermissten, wie eine Sprecherin des Berliner Landeskriminalamtes im Gespräch mit 'Welt.de' betont: "Das sind die Bilder, auf denen man die Kinder auch erkennt. Wir sind davon abhängig, dass [die Familienangehörigen] uns diese Fotos geben." 
Rebeccas Vater erklärte indes gegenüber 'n-tv', dass die Familie keine unbearbeiteten Fotos der Schülerin besitze. 

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Ist das Instagram-Foto von Rebecca richtig gewählt?

In den sozialen Netzwerken wird heftig darüber diskutiert, ob das Instagram-Bild, das eindeutig digital bearbeitet ist, passend für die Fahndung sei. Kritiker bemängeln, dass man Rebecca auf dem Foto nicht wirklich erkennen würde. 
Medienpsychologe Joe Groebel weist gegenüber 'Welt.de' allerdings auf einen Vorteil des Bildes hin: Das Foto zeige ein wunderschönes Mädchen, das einem "Hollywoodstar" ähnele. Damit werde sowohl Mitgefühl geweckt wie auch Aufmerksamkeit generiert. "Das Einfühlungsvermögen mit dem Opfer hat sich durch die Präsenz des Bildes erhöht. Durch die ständige Wiederholung rückt einem das Mädchen vermeintlich näher, man hat das Gefühl, es zu kennen", erklärt Groebel. 
Ein Blick auf die anderen Fotos von Rebecca, die beispielsweise ihre ältere Schwester Jessica (27) für eine Suchaktion zusammengestellt hat, scheinen diese These zu untermauern: Auf den Bildern erkennt man Rebecca zwar, spürt aber nicht die gleiche Verbundenheit

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Meine kleine Schwester ist verschwunden. Bitte teilen!!!! 🙏

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Rebecca R.: War es der Schwager?

Während die Suche nach dem vermissten Teenager aus Berlin weitergeht, erhärtet sich zunehmend der Verdacht gegen Florian R. (27), Rebeccas Schwager. Wie die Polizei in einer Pressemitteilung vom 6. März bestätigt, sitzt der junge Mann "Aufgrund eines erlassenen Haftbefehls wegen Totschlages in Untersuchungshaft". Er schweigt zu den Vorwürfen, doch die Indizien wiegen schwer. So sei Florian R. zur mutmaßlichen Tatzeit alleine mit Rebecca im Haus in Berlin-Neukölln gewesen – das Mädchen hatte in der Nacht zum 18. Februar bei seiner Schwester und Florian auf der Couch übernachtet. Auswertungen von Handydaten ergaben, dass Rebecca das Haus nicht verlassen habe, obwohl Florian R. zu Protokoll gegeben hatte, das Mädchen sei morgens zur Schule gegangen. Das Auto, das sich der junge Mann und seine Frau teilen, wurde am Tag von Rebeccas Verschwinden um 10:47 Uhr von einer Verkehrsüberwachungsanlage auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) erfasst und am nächsten Abend um 22:39 Uhr erneut. Angeblich habe nur Florian R. in dieser Zeit Zugriff auf den Wagen gehabt. 

 

Die Familie steht hinter dem Schwager 

Am Mittwochabend [6. März] wurde der Fall bei 'Aktenzeichen XY… ungelöst' aufgegriffen, wo sich Kriminalhauptkommissar Michael Hoffmann auch zu den Autosichtungen äußerte: "Zu beiden Fahrten kann [Florian R.] keine Angaben machen. Die Fahrten passen aber überhaupt nicht zu der Version, die er erzählt hat."
Die Familie scheint indes an Florians Unschuld zu glauben. Vielmehr sind Rebeccas Eltern davon überzeugt, dass ihr Schwiegersohn in vollkommen andere Schwierigkeiten verwickelt sei. Bewusst kryptisch sagte Rebeccas Vater zu RTL: "Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf." An den Tatverdächtigen persönlich gewandt, bat der Mann: "Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden!"

Warum Rebeccas Familie zum Schwager hält, versuchte RTL gemeinsam mit einer Psychologin zu erklären – das Video findest du hier.

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