ReizdarmsyndromReizdarm - die Krankheit, die so oft unerkannt bleibt

Mikrobiom
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Silke M. hatte schon eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich. Keiner der Ärzte, die sie konsultierte, konnte ihr helfen, die ständigen Darmprobleme in den Griff zu bekommen. Der eine führte ihre häufigen Durchfall-Episoden auf psychische Probleme zurück, der andere vermutete eine Nahrungsmittelintoleranz als Ursache für ihre Blähungen und Krämpfe.

Silke M. verzichtete erst auf Milchprodukte, dann auf Gluten – die Blähungen blieben. Auch autogenes Training verringerte ihre vielfältigen Darmbeschwerden zunächst nur kaum. Erst eine Ärztin, die sich auf die Behandlung der Darmflora spezialisiert hatte, stellte die richtige Diagnose: Reizdarmsyndrom.

Nach Schätzungen leiden etwa 15 % der Deutschen unter dem Reizdarmsyndrom, vor allem Frauen sind davon betroffen. Aber warum wird die Krankheit so oft nicht erkannt?

 

Die Krankheit mit den 1000 Facetten

Nicht zu Unrecht wird das Reizdarmsyndrom auch als die Krankheit mit den 1000 Facetten bezeichnet. Die Betroffenen leiden unter Blähbauch, Blähungen, wiederkehrendem Durchfall, starken Bauchschmerzen und/oder Verstopfung.

 
 

Aber was sind die Ursachen?

Forscher vermuten mittlerweile, dass das Reizdarmsyndrom gemischte Ursachen hat. Als Haupt-Übeltäter gilt dabei eine fehlbesiedelte Darmflora, das sogenannte Mikrobiom. Die Abermillionen von Bakterien im Darm sind nämlich mehr als nur Untermieter. Sie helfen bei der Verdauung, fördern die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut und machen Giftstoffe und Erreger unschädlich.

 

So wichtig ist ein ausgewogenes Mikrobiom

Ist die Darmflora im Gleichgewicht, bemerken wir ihre unterstützende Wirkung kaum. Die Beschwerden fangen erst an, wenn wichtige Bakterienstämme fehlen. Eine dauerhaft falsche Ernährung, Langzeit-Stress oder die Einnahme von Antibiotika setzen den kleinen Helferlein im Darm besonders zu. Eine daraus folgende Fehlbesiedlung des Darms kann auch die Ursache für ein Reizdarmsyndrom sein.

 

Kann Obst schädlich sein?

Als weitere mögliche Ursachen für ein Reizdarmsyndrom gelten die sogenannten FODMAP-Lebensmittel (= fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols), also Lebensmittel, die bestimmte schwer verdauliche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole enthalten. Zu den FODMAP-Lebensmitteln gehören viele Obstsorten wie Äpfel und Birnen, aber auch Gemüse (zum Beispiel Spargel, Bohnen und Brokkoli) und Weizenprodukte. Für Betroffene empfiehlt es sich, ein Symptom- und Ernährungstagebuch zu führen, um herauszufinden, ob die Ernährung Einfluss auf die Beschwerden hat.

 

Psychische Belastungen dürfen nicht unterschätzt werden

Auch die Psyche spielt bei vielen Darmbeschwerden eine nicht zu unterschätzende Rolle. Besonders chronischer Stress gilt als Verursacher von Darmbeschwerden. Viele Experten empfehlen daher Entspannungsübungen, um Schmerzen und Blähungen zu bekämpfen.

 

So kann das Reizdarmsyndrom behandelt werden

Silke M. bekam ihr Reizdarmsyndrom in den Griff, indem sie ihr Mikrobiom auf zwei Wegen aufpäppelte: Zuerst passte sie ihre Ernährung an und setzte verstärkt auf ballaststoffreiche Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Probiotika (zum Beispiel Joghurt oder Sauerkraut) aufweisen.

Außerdem setzte sie auf ein Präparat, das gezielt die Darmflora aufbaut und Bakterienstämme, die bei Reizdarmpatienten häufig fehlen, wieder ansiedelt. Besonders der Bakterienstamm Bifidobakterium infantis 35624® kann helfen, die Darmflora von Personen mit Reizdarmsyndrom wieder ins Gleichgewicht zu bringen und so die typischen Symptome Blähungen, Blähbauch, Durchfall und/oder Verstopfung lindern. Der Bakterienstamm hat derzeit laut WGO (World Gastroenterology Organisation) die beste Evidenzgrundlage für die Wirksamkeit unter allen Probiotika.