Armes DeutschlandRentnerin muss mit 75 Jahren noch arbeiten gehen und wird überfallen

Rentnerin Waltraud hat ihr Leben lang gearbeitet, trotzdem bekommt sie nun nicht genug Geld, um ihren Alltag zu finanzieren. „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ zeigt ihren Versuch, mit 75 Jahren erneut in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.

Inhalt
  1. Armes Deutschland: Ein Leben in Altersarmut
  2. Ein Leben lang gearbeitet - für nichts
  3. Keine Hilfe: Keine Tafel will Waltraud aufnehmen
  4. Neuer Job mit 75? Waltraud will arbeiten

In der neuen Folge von „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?“ lernen die Zuschauer Waltraud kennen.

 

Armes Deutschland: Ein Leben in Altersarmut

Waltraud ist 75 Jahre alt, Rentnerin und lebt in Ludwigshafen. Obwohl sie drei Kinder großgezogen und ihr Leben lang gearbeitet hat, bekommt sie nur 930 Euro im Monat. Davon muss sie die Miete, Versicherungen sowie Strom und Wasser bezahlen. Am Ende bleiben ihr knapp 150 Euro zum Leben übrig. Damit hat sie weniger Geld als ein Hartz-4-Empfänger. Doch Hilfe vom Amt bekommt Waltraud nicht. „Es hat geheißen: Eure Rente ist sicher. Ja, und wo ist die sicher?“ fragt sie sich traurig.

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Ersparnisse aus ihrer Berufstätigkeit hat sie nicht mehr. Die beiden Beziehungen, die sie seit dem Tod ihres Mannes hatte, waren alles andere als rosig. Beide Männer haben sie finanziell ausgenommen. Heute hat Waltraud gar nichts mehr. „Ich war halt zu leichtgläubig“, gesteht sie sich traurig ein.

Waltrauds Rente reicht nicht zum Leben.
Trotz Rente muss Waltraud auch mit 75 Jahren noch arbeiten.
Foto: RTL ZWEI
 

Ein Leben lang gearbeitet - für nichts

Ihr Arbeitsleben hat Waltraud schon ins Krankenhaus geführt und brachte sie zum LKW und Taxi fahren. Doch aus Angst vor Überfällen in der Nacht gab sie ihre Taxikarriere auf. Um trotzdem etwas Geld zu verdienen, wollte die Rentnerin Zeitungen austragen. Ausgerechnet vor ihrer Haustür wurde sie ausgeraubt und das wenige Geld, das sie bei sich hatte, geklaut. Seither hat Waltraud Angst, abends auf die Straße zu gehen.

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Keine Hilfe: Keine Tafel will Waltraud aufnehmen

Da die Tafel in Ludwigshafen einen Aufnahme-Stop hat, sucht Waltraud auf den Feldern der Bauern nach Ernteresten. Von den Bauern erhält sie den Tipp, doch mal bei der Tafel in der Nachbarstadt nachzufragen. Doch die Tafel in Mannheim, auf der anderen Rheinseite, darf die Rentnerin ebenfalls nicht aufnehmen, obwohl sie noch freie Kapazitäten hat. Denn Mannheim liegt in einem anderen Bundesland. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben getrennte Zuständigkeiten. Dank der deutschen Bürokratie erhält Waltraud also keine Hilfe, obwohl die Lösung eigentlich ganz einfach wäre.

 

Neuer Job mit 75? Waltraud will arbeiten

Trotzdem versucht Waltraud das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ihr größter Wunsch ist es, sich selbstständig ein Zugticket zu ihrem Sohn nach Köln kaufen zu können. Doch eine Fahrkarte kostet 88 Euro – viel zu viel für die schmale Rente, die sie bekommt. Also muss doch erneut ein Nebenjob her. Zusammen mit ihrer Enkeltochter Annika bewirbt sie sich am Computer für einen 450-Euro-Job in einer Bäckerei. Das Vorstellungsgespräch läuft gut und Waltraud darf zum Probearbeiten wiederkommen. „Ich bin jetzt bestimmt die älteste Praktikantin in Rheinland-Pfalz“, freut sie sich. In Gedanken sitzt sie schon im Zug nach Köln auf dem Weg zu ihrem Sohn.

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