MuskelleidenRhabdomyolyse: Wenn überstraparzierte Muskeln zerfallen

Drei junge Frauen trainieren im selben Fitnessstudio und haben danach unerträgliche Schmerzen: Worunter leiden sie bloß? Zunächst ist die behandelnde Ärztin ratlos.

Inhalt
  1. Die Diagnose: Rhabdomyolyse
  2. Rhabdomyolyse: Das sind die Symptome
  3. Was hilft bei Muskelzerfall?
  4. Rhabdomyolyse: Wer ist gefährdet?

Als erstes trifft es eine 18-Jährige, die sich bei einem Workout mit einem Personaltrainer verstärkt ihre Bein- und Pomuskulatur vorgeknöpft hatte. Sie geht zu ihrer Hausärztin, weil sie anschließend vor Schmerzen weder richtig gehen noch die Toilette benutzen kann. Ein ganz besonders merkwürdiges Symptom: Der Urin der jungen Frau hat sich schokoladenbraun verfärbt. Zusätzlich muss sie nur einmal am Tag Wasser lassen, obwohl sie weiterhin viel Flüssigkeit zu sich nimmt.

Ähnlich ergeht es auch einer anderen jungen Frau. Bei dieser 18-Jährigen sind es jedoch die Arme, die sich vor Schmerzen nicht mehr wirklich bewegen lassen. Insbesondere ihr Bizeps ist nach dem Workout stark angeschwollen. Die dritte Patientin klagt nach einem anstrengenden Kettlebell-Training über starke Schmerzen in den Armen und Schultern, die sie sogar vom Schlafen abhalten. Auch ihr Stuhl ist sehr braun. Woran können die jungen fitten Frauen leiden?

 

Die Diagnose: Rhabdomyolyse

Nachdem die Hausärztin alle drei Frauen ins Krankenhaus geschickt hat, sorgt ein Bluttest schließlich für Gewissheit. Alle drei Patientinnen leiden an Rhabdomyolyse. Sie haben ihre Muskeln beim Training so sehr strapaziert, dass deren Fasern sich aufzulösen beginnen. Genauer gesagt: Die äußeren Hüllen der Muskelzellen zerfallen, wodurch der Inhalt nach außen gelangt. Dazu gehört der Muskelfarbstoff Myoglobin, der seinen Weg zu den Nieren findet und den Urin braun verfärbt. 

Häufen sich große Mengen des Farbstoffs an, kann es zu einer Schädigung der Nierenzellen kommen. Außerdem können die Nierenkanäle verstopfen, wodurch der Urin nicht mehr aus dem Körper gelangen kann. Die schlimmste Folge ist Nierenversagen. Gerade darum ist es wichtig, im Fall einer Rhabdomyolyse schnell einzuschreiten.

 

Rhabdomyolyse: Das sind die Symptome

Glücklicherweise ist eine Rhabdomyolyse selten. Dennoch: Sie kann jeden treffen, sowohl sportliche wie auch untrainierte Menschen. Anhand dieser Symptome kann man sie erkennen:

  • starke Muskelschmerzen innerhalb von 48 Stunden nach dem Workout
  • gewohnte Bewegungsabläufe sind nicht mehr vollständig möglich
  • Muskeln schwellen an
  • Urin verfärbt sich dunkelbraun (wobei dieses Symptom nicht immer auftreten muss)
 

Was hilft bei Muskelzerfall?

Zuerst ist es wichtig, die Muskeln zu schonen, damit diese sich regenerieren können. Der Körper repariert sich nach einiger Zeit selbst. Zusätzlich ist es wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen, um die Nieren ordentlich durchzuspülen. Die drei jungen Frauen wurden zur Behandlung alle an einen Tropf mit Kochsalzlösung gehängt. Die Verordnung: 12 Liter Flüssigkeit pro Tag. Sie hatten Glück. Zu Langzeitschäden kam es nicht.

 

Rhabdomyolyse: Wer ist gefährdet?

Im Fall der drei jungen Frauen war es wahrscheinlich ein ungewohntes und für ihre Kräfte viel zu anstrengendes Training, das ihre Muskeln zu sehr mitnahm. In der Regel sind vor allem Bodybuilder oder Extremsportler von einer Rhabdomyolyse betroffen. Doch auch Sportler, die eine längere Trainingspause hinter sich haben, sollten es langsam angehen lassen, um ihre Muskeln zu schonen.

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