UnglückRheinberg in NRW: Nach Tod des Sohnes durch Zugunglück soll seine Mutter für den Schaden aufkommen

Ein 15-Jähriger wurde vor einem Jahr von der NordWestBahn erfasst und starb noch am Unfallort. Seine Mutter erhielt nun einen Brief: Sie soll für den Schaden aufkommen.

Birgit Potschka verlor im Juni 2017 ihren Sohn Gunnar. Der 15-Jährige fuhr mit seinem Zwillingsbruder von der Schule mit dem Fahrrad nach Hause. Beim Versuch den unbeschrankten (!) Bahnübergang zu überqueren, übersah er einen Zug der NordWestBahn und starb. Sein Bruder überlebte. 

Nun bekam die Mutter des Verunglückten einen Brief. Nach einer kurzen Mitleidbekundung stand dort: "Da an dem Zug der NordWestBahn ein nicht unerheblicher Schaden entstanden ist, bitten wir Sie, uns die Daten Ihrer Privathaftpflichtversicherung mitzuteilen", heißt es in dem Schreiben des Verkehrsamtes. Für Birgit ein Schlag ins Gesicht: "Ich finde das einfach nur geschmacklos. In was für einer Welt leben wir?", sagte sie im Interview mit RTL. Ihre Kinder wurden alle psychologisch betreut. "Meine Tochter hat mehr daran zu knapsen, als der Zwillingsbruder, der ihn hat sterben sehen."

Sohn stirbt durch Zugunglück - seine Mutter muss für den Schaden aufkommeniStock

 

Die NordWestBahn entschuldigt sich

Die NordWestBahn entschuldigte sich in einem Schreiben für die fehlende Empathie, gibt aber an: "Die versicherungstechnische Abwicklung des Unfalls ist leider dennoch unumgänglich."  Aus rechtlicher Sicht könnte die NordWestBahn die Kosten jedoch eigentlich als "Betriebskosten" geltend machen...

An dem Bahngleis steht nun übrigens ein Umlaufgitter. Zu spät für den 15-Jährigen, der viel zu früh sterben musste. 

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