Mineralöl-BelastungRossmann verkaufte Produkte, die Ökotest als "krebserregend" einstufte

Rossmann verkauft Brotaufstrich, der von Ökotest als "möglichserweise krebserregend" eingestuft wurde
Trotz Krebs-Warnung von "Ökotest": Rossmann verkaufte weiterhin den kritisierten Brotaufstrich
Foto: iStock

Rossmann verkaufte Brotaufstriche, obwohl "Ökotest" krebserregende Stoffe darin entdeckt hat. Müller und dm reagierten schneller. dm war nicht konsequent.

Das Cover der aktuellen Mai-Ausgabe der Zeitschrift Ökotest (erschienen am 27. April) ziert das Thema "Vegane Brotaufstriche". Insgesamt 22 Brotaufstriche haben die Tester unter die Lupe genommen. 17 davon enthielten erhöhte Mengen Mineralölkohlenwassertoffe (MOAH). Dieser Inhaltsstoff dient zwar dem appetitlichen Aroma eines Lebensmittels - allerdings steht es gleichzeitig in Verdacht, krebserregend und genverändernd zu sein (laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA).

Vier der 17 Marken-Produkte sieht Ökotest als besonders kritisch an: Bio Primo Gourmet Pastete Kräuter (verkauft von der Drogeriekette Müller), dm Bio Tastete Tomate (vom Drogeriemarkt dm), Ener Bio Paprika Chili-Pastete (von Rossmann) und Tartex Brotzeit Tomate (vom Hersteller Allos, auch bei Rossmann erhältlich).

Nachdem dieses skandalträchtige Testergebnis publik wurde, reagierten die Drogerieketten dm und Müller sofort: Prompt nahmen sie die verdächtigen Produkte aus den Filialen. Rossmann allerdings weigerte sich - zunächst. Denn die Verbraucherorganisation Foodwatch hakte nach dem erschreckenden Ökotest-Ergebnis bei den Drogerieketten nach: Werden die Produkte weiterhin verkauft? Oder zum Schutz der Verbraucher vom Sortiment ausgeschlossen?

Während dm und Müller zunächst einen Verkaufsstopp versicherten, hat Rossmann zunächst eine Abwehrhaltung gegenüber der Produktkritik eingenommen. Laut Foodwatch erklärte Rossmann, dass es die Ökotest-Kritik an den Lebensmitteln nicht teile, und die Produkte weiterhin verkaufen werde. Daraufhin forderte Foodwatch alle Unternehmen auf, die betroffenen Produkte aus dem Verkauf zu ziehen. Erst dann wurde Rossmann aktiv und meldete: „Die Sortimentsleitung hat noch am Freitag entschieden, den Verkauf des Produktes 'EneBiO Paprika-Chili, Pflanzliche Pastete' in allen Rossmann-Drogeriemärkten einzustellen."

 

Ist dm der wahre Bösewicht?

Zunächst schien es, als ob Rossmann der Querulant unter der Drogeriemärkten wäre. Schaut man sich jedoch in den Online-Angeboten von dm, Rossmann und Müller um, stellt man schnell fest: Während Rossmann die betroffenen Produkte auch online aus dem Sortiment genommen hat, ist die dm Bio Pastete Tomate immer noch im dm-Online-Shop erhältlich (siehe HIER!)!

Unter'm Strich muss also doch jeder Konsument für sich selbst auswählen, zu welchem Produkt er noch greifen will und zu welchem nicht. Immer empfehlenswert bleibt dabei, sich über die die Inhaltsstoffe der Produkte schlau zu machen und sich im Zweifel nicht allein auf die Bio-Aufschrift zu verlassen.

 

(ww7)

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