Leicht manipulierbarRückruf: EU-Kommission warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch mit GPS-Funktion

Die Kinder-Smartwatch mit GPS-Funktion Safe-KID-One wird von der EU-Kommission in einem Rückruf als erhebliches Sicherheitsrisiko eingestuft. 
 

Eine Kinder-Smartwatch mit GPS-Funktion ist eigentlich dafür gedacht, dass Eltern sich weniger Sorgen um ihren Nachwuchs machen müssen: Per App können sie jederzeit sehen, wo sich ihr Kind gerade aufhält. Was aber tun, wenn so eine Smartwatch zum Vehikel für Kriminelle wird? Die EU-Kommission warnt nun vor einem deutschen Produkt, bei dem das der Fall sein könnte. 

 

Erhebliches Sicherheitsrisiko: Mögliche Daten-Manipulation

Über das Warnsystem Rapex (Rapid Alert System for Non-Food Products) macht die EU-Kommission derzeit auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam. Betroffen ist die Kinder-Smartwatch Safe-KID-One der Hamburger Firma enox. Die Uhr ist mit einem GPS-Tracker ausgestattet, der Eltern Sicherheit über den Aufenthaltsort ihrer Kids geben soll. 
Das Problem liegt nicht am Gerät selbst, sondern in der dazugehörigen Mobil-App: Diese nutze laut EU-Kommission unverschlüsselte Kommunikation mit dem Backend-Server. Beim Begriff unverschlüsselt sollten die Alarmglocken schrillen. Richtig: Unverschlüsselte Daten sind für Kriminelle einfach zu hacken und damit zu manipulieren. Das heißt im Klartext: Wer sich Mühe gibt, kann sich in die Kinder-Smartwatch loggen, die GPS-Daten auslesen und so den Standort des Kindes bestimmen. Auch eine Kommunikation mit dem Träger soll im Fall der Safe-KID-One möglich sein. 
Die EU-Kommission fordert von den lokalen Behörden deswegen einen Rückruf der Kinder-Smartwatch. Von enox gibt es zu diesem Zeitpunkt noch kein Statement. 

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Kinder-Smartwatches weiter in der Kritik: Muss so viel Kontrolle überhaupt sein?

Seit Jahren entzündet sich immer wieder Streit beim Thema Kinder-Smartwatches. 2017 hatte die Bundesnetzagentur Smartwatches mit Abhörfunktion bereits verboten – zum Schutz der Kinder vor übergriffigen Eltern! Wie 'Spiegel Online' berichtet, verfügt die deutsche Version der Safe-KID-One von enox allerdings über keine Abhörfunktion
Die Frage, die sich Eltern heutzutage stellen müssen, ist, wie viel Kontrolle sinnvoll ist. Der Trend zum Überwachen bis hin zum Abhören der Gespräche unserer Kids nimmt immer skurrilere Formen an. Da wirkt die App 'ReplyASAP', die die Handys der Kinder so lange lahm legt, bis sie sich bei ihren zurückgemeldet haben, noch harmlos. Eine gewisse Ironie liegt dem Ganzen schon zu Grunde: Während Experten immer wieder davor warnen, wie schädlich Handys grundsätzlich für unsere Kinder sind, rüsten besorgte Eltern immer weiter auf, um ihre Kids mithilfe des Smartphones zu jeder Tages- und Nachtzeit im Blick haben zu können – und sei es nur über eine App auf dem Handy und eine Kinder-Smartwatch am Handgelenk. 

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