ForschungSchaf-Mensch-Hybrid: Wissenschaftler züchten Embryo aus Tier und Mensch

US-Forscher haben menschliche und tierische Zellen aus einem Schaf gekreuzt. Heraus kam ein Hybrid-Embryo. Das Ziel ist die Züchtung von Ersatzorganen für Menschen. Darf man das?

Inhalt
  1. Ein Hybrid-Baby aus Schaf und Mensch
  2. Darf man Lebewesen zur Ausbeutung züchten?
  3. 21 Tage lang lebt der Hybrid im Mutterschaf

Wissenschaftler der University of California (USA) haben sich erneut daran gemacht, ein Hybrid-Embryo zwischen Mensch und Tier zu züchten. Schon voriges Jahr gelang es Forschern, menschliche Zellen mit denen von Schweinen zu verschmelzen. Jetzt haben sie mit Schafen experimentiert.

 

Ein Hybrid-Baby aus Schaf und Mensch

Bei dem Verfahren werden menschliche Stammzellen in den Embryo eines Schafes eingesetzt. Ganze 28 Tage ließen die Forscher das Hybrid-Embryo wachsen. So lange bedarf es, bis diese Stammzellen menschliches Gewebe bilden.

Bei der Untersuchung des Schaf-Mensch-Embryos stellten die Forscher fest, dass es zu 0,01 Prozent (also eine von 10.000 Zellen) aus menschlichen Zellen besteht. Dieses Hybrid-Baby wird nun als Fortschritt gefeiert - denn beim Schwein-Mensch-Mix von 2017 betrug der menschliche Anteil lediglich 0,001 Prozent (also eine von 100.000 Zellen).

 

Darf man Lebewesen zur Ausbeutung züchten?

Schafe eignen sich nach Ansicht der Wissenschaftler besser als Schweine für die Produktion von Ersatzorganen. Demnach hätten die Organe der Schafe die passendere Größe für den Menschen, als Schweine-Organe.

Für eine erfolgreiche Organtransplantation (beim Menschen) müssten allerdings rund ein Prozent (also eine von 100 Zellen) der Zellen menschliche Anteile sein. "Es könnte noch fünf oder zehn Jahre dauern. Aber ich denke, wir können es schaffen", erklärte Dr. Hiro Nakuachi, Leiter des Verfahrens. 

 

21 Tage lang lebt der Hybrid im Mutterschaf

Tierrechtler sind entsetzt über die Experimente mit Tier-Embryos. Solche Versuche seien ethisch kritisch: Ein Lebewesen zu züchten, nur um es für menschliche Organe auszubeuten und wieder zu schlachten, sei mindestens fragwürdig. Das ist auch der Grund, warum solche Versuche in den USA nicht mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt werden. 21 der insgesamt 28 Tage, an denen das Embryo lebt, befindet es sich im Mutterschaf.

Die Forscher setzen sich dagegen dafür ein, das Experiment sogar über 70 Tage lang durchführen zu dürfen. Dafür benötigen sie allerdings zusätzliche Genehmigungen und müssen von einem Ausschuss überprüft werden. Die Befürworter rechtfertigen die Versuche mit dem Mangel an menschlichen Spenderorganen.

An der Kreation alternativer Spenderorgane arbeiten auch Mechaniker. So wird zum Beispiel versucht, Organe im 3-D-Drucker zu bauen.

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