BewegendSchlaganfall mit 26: Die unglaubliche Geschichte von Katherine Wolf

Katherine Wolf hatte alles, was sie sich jemals erträumt hatte: Sie hatte ihre College-Liebe Jay geheiratet und war vor knapp sechs Monaten Mutter des kleinen James geworden. Doch eines Tages schlug das Schicksal grausam zu und stellte nicht nur Katherines Welt komplett auf den Kopf. 

Es ist der 21. April 2008, Katherine fühlt sich schon seit einigen Tagen merkwürdig. Sie und Ehemann Jay glauben, dass sie vielleicht wieder schwanger sein könnte. Doch leider ist ihr Zustand viel dramatischer. Plötzlich bricht sie in der Küche zusammen, nebenan schläft der kleine James in seinem Bettchen. Jay kommt an diesem Tag früher nach Hause, er hat schon auf dem Heimweg ein ungutes Gefühl. Als er seine Frau bewusstlos am Boden findet, ruft er sofort einen Krankenwagen. 

 

Diagnose Schlaganfall mit gerade mal 26 Jahren 

Katherine wird sofort ins UCLA Medical Center gebracht, glücklicherweise hat einer der besten Neurochirurgen der USA, Dr. Nestor Gonzalez, gerade Dienst. Als er die 26-Jährige untersucht, diagnostiziert er einen Schlaganfall, der so schwer ist, wie ihn selbst der erfahrene Mediziner in seiner Berufslaufbahn noch nicht erlebt hat. Der Experte räumt Katherine kaum Überlebenschancen ein. In einer 16-stündigen Not-OP wird Katherine operiert. Ihr Mann Jay sitzt in der Krankenhauskapelle und betet für das Überleben seiner Frau. 

Nach 16 Stunden dann ein Hoffnungsschimmer. Katherine lebt, doch wie ihr Leben in Zukunft aussehen wird, das können die Ärzte noch nicht sagen. Während der OP musste fast die Hälfte ihres Kleinhirns entfernt werden, viele wichtige Nervenstränge sind beschädigt. Die Ärzte befürchten, dass Katherine ihr Leben im Wachkoma verbringen könnte. Doch es kommt anders. 

 

Katherine kämpft sich zurück ins Leben

Die 26-jährige Blondine, die vor dem Schlaganfall in ihrer Freizeit als Model gearbeitet hat, hat einen Überlebenswillen, der sogar ihre Ärzte überrascht. Wenige Tage nach der OP kann sie bereits Handzeichen geben. Sprechen kann sie nicht, weil sie durch einen Luftröhrenschnitt künstlich beatmet wird. Von dieser Entwicklung ist auch ihr Arzt Dr. Gonzalez überrascht. "Die Schwestern riefen mich an und sagten mir, dass Katherine Handzeichen geben kann. Ich konnte es nicht glauben und bin sofort in ihr Zimmer gelaufen, um es mit eigenen Augen zu sehen", erzählt er. 

Und damit beginnt der lange Heilungsprozess der 26-Jährigen. Besonders hart für Katherine war, dass sie sich nicht um ihren sechs Monate alten Sohne James kümmern kann. "Es brach mir das Herz, ich war so wütend. Ich wollte ihn Stillen, das war doch mein Job als Mutter. Doch dann erfuhr ich, dass man ihn längst an die Flasche gewöhnt hatte", sagt sie heute ein bisschen traurig. "Rückblickend bin ich glücklich, dass ich sechs Monate hatte, um mit meinem Sohn zu bonden."

Katherine muss alles neu lernen, gehen, sprechen, essen. Die lebenslustige Frau kommuniziert mit einer Tafel. Die Worte sind in ihrem Kopf, doch sie kann sie nicht aussprechen. "Immer wieder sagte ich mir selbst: Innen drin bin ich immer noch derselbe Mensch", erzählt sie. Nach vier Monaten im Krankenhaus wird sie in eine Rehaeinrichtung verlegt. Und erst dort realisiert sie, wie viel Arbeit wirklich vor ihr liegt, um wieder ein eigenständiges Leben zu führen. "Wir lagen uns Nächte lang in den Armen und haben geweint", erzählt ihr Mann Jay. "Es war unglaublich hart, aber es war ihre einzige Chance!" 

Eine Nebenwirkung des Schlaganfalls ist, dass Katherine nicht mehr schlucken kann. Für die lebenslustige Blondine, dass Schlimmste! "Katherine und ich haben uns im College in der Kantine kennengelernt, sie ist besessen von Essen. Jeder, der sie kennt weiß, dass sie nichts mehr liebt", erzählt ihr Mann Jay. "Essen bedeutet Leben für mich. Es ist Kommunikation, alles spielt sich am Esstisch ab. Familienfeiern, Feste, Feiertage. Ich fühlte mich plötzlich so einsam und isoliert", verrät Katherine. Damals war sie auch noch 24 Stunden auf den Rollstuhl angewiesen, doch das war nicht das Schlimmste. "Ich wollte lieber mein Leben im Rollstuhl verbringen, als nie wieder alleine essen zu können!" 

"Ich konnte nicht laufen, nicht essen, kaum hören, nicht richtig sehen. Mein Gesicht war krumm und schief. Ich sah nicht mehr aus wie ich selbst und ich konnte mich nicht um meinen Sohn kümmern. Ich war verzweifelt", berichtet sie. Und trotz ihres starken Glauben beginnt sie zu zweifeln. "Ich dachte, vielleicht hätte ich doch lieber sterben sollen!" Doch dann hört sie diese Stimme in ihrem Kopf: "Gott sagte zu mir: 'Ich mache keine Fehler. Du wirst sehen, alles hat seinen Grund und alles wird sich fügen.'" 

 

Nach einen Jahr Reha kommen endlich Fortschritte

Ende 2009 kann Katherine die Reha-Klinik endlich verlassen. Und, Sie kann wieder essen. "Es war das schönste und wichtigste Gefühl der Welt", sagt sie. Von da an ging es bergauf. Katherine lernte wieder zu laufen und sprechen und sie fand ihren Lebensmut wieder. "Ich bin noch längst nicht wieder die Alte", sagt sie. "Aber ich bin auf dem besten Weg dahin!"

2015 geht Kathrines und Jays größter Wunsch in Erfüllung: Sie werden noch einmal Eltern. Am 26. Juni wird John Nestor Wolf, benannt nach ihrem Arzt Dr. Nestor Gonzalez, geboren.

Und auch wenn sich ihr Leben durch den schrecklichen Schlaganfall für immer verändert hat, kann die heute 36-Jährige mit ihrem Schicksal leben. "Gott macht keine Fehler. Er hat mir nur eine neue Perspektive auf das Leben gegeben."

Und diese hoffnungsvolle Botschaft trägt Katherine in die Welt hinaus. "Hope Heals" (deutsch: "Hoffnung heilt") lautet ihre Maxime. Mit ihrer Stiftung, die den Namen ihres Mantras trägt, hat es sich Katherine zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen mit Behinderung zu helfen. Einmal im Jahr organisiert sie ein Camp für Eltern mit behinderten Kindern, wo sich die ganze Familie erholen kann. 

Gemeinsam mit ihrem Mann Jay hat sie das Buch "Hope Heals: A True Story of Overwhelming Loss and an Overcoming Love" geschrieben, an dem sich Sony Pictures bereits die Filmrechte gesichert hat. Katherines Lebensgeschichte könnten Drehbuchautoren wohl auch nicht besser schreiben. Sie ist eine tolle Frau, die Mut macht, Hoffnung spendet, dem Schicksal mit einem Lächeln begegnet und die inspiriert. 

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