Schönheitsmythen: Was stimmt und was ist nur ein Gerücht?

Für die perfekte Haut und glänzende Haare kennen wir die unterschiedlichsten Tricks, aber welche helfen wirklich?

Beauty-Tricks im Test
Beauty-Tricks im Test
Foto: unsplash/sarah comeau

Wir haben uns sieben Schönheitsmythen herausgepickt und genau geprüft, was dahintersteckt.

 

1. Zahnpasta hilft gegen Pickel

Ein großer Pickel hat sich direkt auf deiner Stirn gebildet? Schnell über Nacht einen Klecks Zahnpasta darauf tupfen und am nächsten Morgen ist er weg.

Das steckt hinter dem Anti-Pickel-Mythos: Ein wichtiger Bestandteil von Zahnpasta ist der Wirkstoff Natriumdodecylpolysulfat. Er hat eine stark öl- und fettlösende Wirkung und steckt deshalb auch in vielen Reinigungsmitteln. Pickel werden durch die austrocknende Substanz schnell kleiner, wenn wir sie mit Zahncreme betupfen. Aber Vorsicht!

Das ist der Haken am Zahncreme-Trick: Neben dem austrocknenden Sulfat-Stoff enthalten die meisten Zahncremes auch Fluorid oder Menthol. Diese Bestandteile können eine Entzündung erst so richtig anheizen. Sprich: Der Pickel wird zwar zunächst ausgetrocknet, kommt aber eventuell später noch stärker wieder. Zahncreme ist deshalb nur eine Express-Lösung. Für eine gründliche Pickelbekämpfung empfehlen Kosmetik-Experten Teebaumöl.

Dein Hautbild kannst du außerdem durch eine gesunde Ernährung deutlich verbessern. Vor allem Obst und Gemüse versorgen dich zusätzlich mit wertvollen Spurenelementen, Vitaminen und Antioxidantien.

 

2. Häufiges Waschen schadet den Haaren

Wie pflegen wir unsere Haare richtig?
Foto: @istock/KristinaJovanovic

Tägliche Haarwäsche sollte man vermeiden, weil dadurch die Haare umso schneller nachfetten? Dieser Schönheitsmythos hält sich hartnäckig.

Das steckt dahinter: Die meisten Shampoos sind mittlerweile auf eine tägliche Anwendung ausgelegt. Wenn du allerdings beim Haare-Waschen deine Kopfhaut zu stark massierst, kann das die Produktion der Talgdrüsen anregen. Dadurch werden die Haare schneller fettig. Spezialprodukte, beispielsweise Silber- oder Anti-Schuppen-Shampoo, können die Haarstruktur bei täglicher Anwendung tatsächlich strapazieren.

So pflegst du deine Haare richtig: Wasche sie so häufig wie nötig. Wenn du dich damit wohlfühlst, kannst du deinen Haaren auch mal ein bis zwei Tage Pause gönnen und zum Beispiel Maisstärke oder Babypuder bei blonden Haaren als natürliches Trocken-Shampoo auf den Haaransatz auftragen.

Brüchiges Haar kann neben zu aggressivem Shampoo auch ein körperliches Anzeichen für fehlende Nährstoffe sein. Haaröle und Anti-Frizz-Shampoos sorgen für eine schnelle äußere Verbesserung. Eine langanhaltende Stärkung bewirken Nahrungsergänzungsmittel mit Haarbausteinen wie L-Cystein und Biotin.

 

3. Nagellack lässt die Nägel nicht atmen

Es hält sich das Gerücht, dass an lackierte Nägel keine Luft herankommen kann. Hier können wir Entwarnung geben: Nägel bestehen aus Horn und haben keine Poren wie die Haut. Sie brauchen also keine Luft!

Das steckt hinter dem Nagellack-Mythos: Bei der Wahl des Nagellacks sollten wir immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Manche Produkte enthalten schädliche Weichmacher oder UV-Filter, die von Dermatologen als bedenklich eingestuft werden. Tragen wir diese auf, ohne vorher einen Klarlack zu verwenden, können Partikel in den Nagel eindringen und ihn verfärben.

Achtung bei der Wahl des Nagellacks
Foto: @istock/zoranm

So sorgst du für gepflegte Nägel: Verwende unbedingt Aceton-freien Nagellack. Nicht nur, weil Aceton als Lösungsmittel eine austrocknende Wirkung hat, sondern auch, weil es giftig für den Körper sein kann. Lege auch immer wieder Nagellack-Pausen ein, in denen du deine Nägel mit Pflege-Ölen verwöhnst. Für besonders schöne und kräftige Nägel sorgen die Aufbaustoffe Zink und Selen.

 

4. Haut muss man gut pflegen

Bodylotion, Körper-Öl, Peeling und Masken – die Liste der Pflegeprodukte für unsere Haut ist scheinbar endlos. Hilft viel auch wirklich viel?

Das steckt hinter dem Mythos: Bei trockener Haut – zum Beispiel im Winter – ist Pflege sehr wichtig. Wenn sich nämlich Risse auf der Oberfläche bilden, können unangenehme Rötungen oder Entzündungen entstehen. Für eine milde Pflege eignen sich natürliche Körper-Öle oder –Lotionen mit möglichst wenigen Parfüm-Zusatzstoffen.

Dosierung macht die richtige Pflege: Im Gegensatz zu unseren Haaren sollte die Haut nicht täglich unter der Dusche gereinigt werden. Das kann ihren natürlichen Schutzfilm angreifen. Der Effekt ist ähnlich, wie wenn du zu häufig Lipbalm verwendest: Die Haut gewöhnt sich an die zusätzliche Pflege und kann sich nicht mehr eigenständig regenerieren. Also: wenn du einen Tag pro Woche zum Beispiel einen duschfreien Sonntag einlegst, ist das für deine Haut eine willkommene Pause.

 

5.  Mascara macht die Wimpern brüchig

Voluminöse Wimpern: Hilft Mascara wirklich?
Foto: @istock/GlobalStock

Das verursacht Mascara: Wimpern sind im ungeschminkten Zustand elastisch. Durch das Auftragen von Mascara werden sie allerdings starr und können leichter abbrechen. Es kommt also auf die richtige Handhabung an: Eine Wimpernzange solltest du zum Beispiel immer vor dem Auftragen der Mascara verwenden, niemals danach.

Das hält deine Wimpern gesund: Um deine Wimpern zu schonen, solltest du beim Abschminken immer sehr vorsichtig sein und sie trotzdem gründlich von allen Mascara-Resten befreien. Dafür eignen sich neben Abschminktüchern auch Kokos- oder Arganöl. Die Produkte pflegen und kräftigen die Wimpern und ihre Haarwurzeln zusätzlich.

 

6. Viel trinken spendet der Haut Feuchtigkeit

Wasser-Trinken ist einer der bekanntesten Schönheitstipps. Es soll beim Gewichtverlieren helfen und die Haut jünger aussehen lassen.

Das steckt dahinter: Flüssigkeitszufuhr ist für unseren Körper enorm wichtig, denn sie regt den Stoffwechsel an (deshalb auch der hohe Stellenwert bei Diäten). Wasser fördert außerdem die Durchblutung unserer Haut und lässt sie frischer aussehen. Es ist aber ein Irrglaube, dass das Wasser wirklich durch Trinken in der Haut gespeichert werden kann.

So bekommt deine Haut den nötigen Boost: Cremes und Lotionen können sie von außen geschmeidig machen und pflegen. Für einen richtigen „Boost“-Effekt muss deine Haut allerdings von innen heraus gepolstert werden. Kollagen, eines der häufigsten Proteine im menschlichen Körper, ist dafür maßgeblich verantwortlich. Ab 30 nimmt die körpereigene Produktion allerdings stark ab. Beauty-Booster wie Collagen-Shots wirken dieser Entwicklung entgegen, damit deine Haut straff und elastisch bleibt.

 

7. Schokolade verursacht Pickel

Sie ist lecker und einer unserer liebsten Snacks bei Stress, aber trotzdem haben wir beim Naschen von Schokolade oft ein schlechtes Gewissen.

Schokolade: Wie schädlich ist der süße Snack?
Foto: @istock/vadimguzhv

Das steckt hinter dem Mythos: Einige Schokoladensorten haben einen hohen Zuckeranteil und das ist für die Haut sehr schädlich. Zucker erhöht nämlich den Insulinspiegel und den oxidativen Stress im Körper. Das führt zu Unreinheiten und Entzündungen auf der Haut.

Das kann Schokolade aber auch: Ein positiver Nebeneffekt von Zucker ist, dass er dem Körper schnelle Energie liefert und Endorphine in unserem Körper freisetzt. Zartbitter-Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt kann unserer Haut sogar Gutes tun: Wie eine Körperbutter sorgt sie für eine geschmeidige und glänzende Haut. Schokolade in Maßen zu genießen, ist also kein Problem!

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