Schreiben ist meine neue Liebe!

Manchmal geht das Leben seltsame Wege, um zu zeigen, welche Talente in uns schlummern. Ich habe erst mit 55 Jahren entdeckt, dass in mir auch noch eine Schriftstellerin steckt

Bahnreise
Eine Reise im Zug fördert mitunter auch bisher unbekannte Talente zutage
Foto: GettyImages

Rechnen war schon in der Grundschule mein Lieblingsfach. Die Mathematik faszinierte mich einfach. „Von Deinem Vater hast Du das aber nicht“, sagte meine Mutter früher öfter zu mir. Und sie hatte Recht, denn er war Deutschlehrer und schrieb in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne Kurzgeschichten, die in seinem privaten Umfeld auch Anklang fanden. Jetzt im Alter reisen meine Eltern sehr viel, und mein Vater konzentriert sich in seiner Liebe zur Literatur aufs Lesen. Wie groß diese Liebe eigentlich immer war, erfuhr ich erst kürzlich zufällig in einem Antiquariat. Ich war auf der Suche nach einem Geschenk für meine beste Freundin, und stieß auf ein Buch mit Kurzgeschichten – verfasst von meinem eigenen Vater.

DB Stories
PERSÖNLICH: Eva Langheinrich aus Münster hat uns ihre Geschichte erzählt
Foto: GettyImages

In dem Antiquariat machte ich eine Entdeckung

Das Buch war in einer sehr kleinen Auflage erschienen. Davon hatte ich bis zu jenem Tag nichts gewusst. Ich hielt sein Werk in den Händen, war sehr gerührt und natürlich stolz. Und in dem Moment erwachte in mir der Wunsch, es selbst mit der Schriftstellerei zu versuchen. Einen humorvollen Roman wollte ich schreiben – und der Anfang ging mir überraschend leicht von der Hand. Doch als es darum ging, Charaktere überzeugend zu beschreiben, stieß ich an meine Grenzen. Die dann folgende Schreibblockade dauerte bis zu meiner nächsten Zugfahrt.

Schöne Gespräche wirken sehr inspirierend

Als ich nämlich zu meinem Bruder in den Süden des Landes reiste, kam ich mit den Menschen in meinem Abteil ins Gespräch. Und auf einmal wusste ich, worauf es bei den Charakteren in meinem Roman ankam. Inspiriert von den Reisebekanntschaften konnte ich die Geschichte flüssig zu Ende schreiben. Bald darauf saß ich wieder in der Bahn – auf dem Weg zur Buchmesse, um meinen ersten Roman zu präsentieren. Als meine Mutter davon erfuhr, sagte sie spontan: „Ja, Eva, das hast Du von Deinem Vater!“

 

Mein Reise-Tipp

BITTE NICHT STÖREN!
Für alle, die sich nicht unterhalten, sondern entspannen oder nachdenken möchten, hat die Deutsche Bahn Ruhezonen eingerichtet. In diesen Bereichen sind Telefonate oder sonstige laute Tätigkeiten nicht erwünscht.

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