Schutz vor HackerangriffSicherheitslücke: Deutsche Patienten mit Herzschrittmacher sind gefährdet!

Etwa 13.000 deutsche Patienten müssen im Krankenhaus ihren Herzschrittmacher aufgrund einer Sicherheitslücke prüfen lassen. Hacker könnten sie manipulieren.

Die Pharmafirma Abbott (ehemals St. Jude Medical) ruft eine halbe Million Herzschrittmacher aus den USA zurück. Betroffen sind auch 13.000 Deutsche, die ein solches Gerät in ihrer Brust tragen. Der Grund: Eine Sicherheitslücke in der Systemsoftware könnte zum Angriff von Cyberattacken werden. Abbott und die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) raten nun dringend dazu, ein Software-Update im Krankenhaus ausführen zu lassen.

Sicherheitslücke: Deutsche Patienten mit Herzschrittmacher sind gefährdet!
In Deutschland gibt es Sicherheitslücken bei Herzschrittmachern der Firma Abbott.
Foto: iStock
 

Hacker könnten per Funk Herzschrittmacher manipulieren

Bei Modellen mit den Bezeichnungen Accent, Anthem, Assurity und Allure soll das Risiko reduziert werden, dass "Patienten durch mögliche Cybersecurity-Schwachstellen gefährdet werden", heißt es in einem Schreiben der FDA

Der Konzern Abbott sagte dazu: "Bei einer erfolgreichen Attacke könnten Angreifer in der Nähe unrechtmäßig auf das implantierte medizinische Gerät über Funk zugreifen und Befehle ausführen." Im schlimmsten Fall könne das Gerät deaktiviert werden. 

Aber jetzt bloß nicht in Panik verfallen: Ein solcher Hackerangriff ist laut Experten sehr komplex und eher unwahrscheinlich. „Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass sich hektisch einbestellte Patienten auf dem Weg zum Arzt ein Bein brechen, als dass ihnen ohne das Software-Update etwas zustößt", sagte Andreas Markewitz vom Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Der Hacker müsse sich auf wenige Meter dem Patienten nähern. Das geht nicht einfach übers Internet."

 

Keine OP für das Software-Update nötig

Betroffene Menschen mit einem Herzschrittmacher, der im oberen Bereich der Brust implantiert wird und die Herzfrequenz reguliert, sollten mit ihrem Arzt sprechen und sich das Update installieren lassen. Das geht per Funk in drei Minuten, weshalb eine Operation nicht notwendig ist.

 

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