Keine GleichberechtigungSkifliegen 2021: Warum müssen Frauen immer noch um Plätze kämpfen?

Während die Männer derzeit bei der Vierschanzentournee antreten, stehen die Skispringerinnen nach wie vor hinten an.

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Inhalt
  1. Weibliche Skispringerinnen dürfen bei der Vierschanzentournee nicht antreten
  2. Skifliegen: Gleichberechtigung kommt nur langsam
  3. Skifliegen für Frauen "nur eine Frage der Zeit"
  4. Skispringerinnen verdienen nur ein Drittel der Männer-Prämien

Gleichberechtigung im Profisport sorgt immer wieder für Diskussionen: Da sind Fußballerinnen, die deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Oder Spitzensportlerinnen, deren Leistungen in der Presse kaum Erwähnung finden. Besonders viel Nachholbedarf gibt es allerdings im Wintersport, genauer gesagt beim Skispringen.

 

Weibliche Skispringerinnen dürfen bei der Vierschanzentournee nicht antreten

Wer sich für Profisport interessiert, der kommt in diesen Tagen nicht an der Vierschanzentournee vorbei. Am kommenden Mittwoch, 6. Januar, endet die spezielle Skisprung-Weltcupveranstaltung. Dann drücken Wintersport-Fans wieder den deutschen Profis, darunter Karl Geiger und Markus Eisenbichler, die Daumen.

Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern wird erst im Jahr 2234 erreicht

Von weiblichen Teilnehmerinnen ist nicht die Rede - kein Wunder, schließlich dürfen sie bei der Vierschanzentournee nicht antreten. Nicht der einzige Wettkampf der Skispringer, bei dem von einer Gleichberechtigung bei den Geschlechtern weit und breit nichts zu sehen ist. Auch das Skifliegen, das Karl Geiger vor drei Wochen als neuer Weltmeister gewinnen konnte, findet ohne weibliche Beteiligung statt.

 

Skifliegen: Gleichberechtigung kommt nur langsam

In fast keiner anderen Wintersport-Disziplin hinken die Frauen den Männern so weit hinterher. Erst bei den Olympischen Spielen 2014 durften die weiblichen Profisportlerinnen erstmals neben ihren männlichen Kollegen im Skispringen antreten. Nur in der nordischen Kombination läuft es noch langsamer ab: Auch 2022 werden wohl keine Frauen zugelassen.

Im Skisprung tut sich derweil nur langsam etwas: Ende Februar dürfen die Frauen bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften erstmals von der Großschanze starten. "Wir sind zum ersten Mal bei den Medaillenentscheidungen den Männern gleichgestellt. Es hat sich in den letzten Jahren schon etwas getan. Aber die Vierschanzentournee und das Skifliegen sind die beiden Dinge, die noch fehlen", so Andreas Bauer, Skisprungtrainer der Frauen, gegenüber der Sportschau.

 

Skifliegen für Frauen "nur eine Frage der Zeit"

Die Profisportlerinnen hatten in dieser Saison gehofft, ebenfalls im Skifliegen, bei dem auf riesigen Schanzen Weiten von bis zu 250 Metern erreicht werden können, antreten zu dürfen. Doch die Hoffnungen wurden nicht erfüllt. "Es ist definitiv nur eine Frage der Zeit, bis auch die Damen skifliegen werden. 15 bis 20 Springerinnen wären dazu auch jetzt schon in der Lage", erklärte DSV-Sportdirektor Horst Hüttel im Frühjahr gegenüber dem SID.

EU-Vergleich: In Deutschland werden Frauen extrem ungerecht bezahlt

Für einen kompletten Weltcup mit 40 Teilnehmerinnen sei es seiner Meinung nach "für manche Mädchen zu früh", so Hüttel weiter. Und auch bei der Vierschanzentournee wird es nach Ansichten der Experten noch einige Zeit dauern, bis es einen Wettkampf für die weiblichen Sportlerinnen geben wird.

 

Skispringerinnen verdienen nur ein Drittel der Männer-Prämien

Aufgrund der Corona-Pandemie werde sich die Frauen-Tournee "um das eine oder andere Jahr nach hinten verschieben", sagte Tournee-Präsident Johann Pichler der Nachrichtenagentur APA. Doch nicht nur bei den Wettkämpfen wird die mangelnde Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen deutlich.

Auch beim Gehalt gibt es extreme Unterschiede. Die Frauen erhalten nur ein Drittel der Preisgelder der Männer, berichtet die Sportschau. "Die Frauen machen genauso einen Wettkampf wie wir, sie bringen die gleiche Leistung und sollten dafür eigentlich das gleiche kriegen", erklärte kürzlich auch Karl Geiger. Bis das soweit ist, muss die Gleichstellung im Skisport noch einen großen Sprung noch vorne machen...

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