Giftige Stoffe

Snickers-Eis: Europaweiter Rückruf wegen gruseligem Verdacht, Deutschland bleibt untätig

Zwei Chargennummern des beliebten Snicker-Eis von Mars werden aktuell in vielen Ländern Europas zurückgerufen – nur in Deutschland nicht. Der Skandal ruft Foodwatch auf den Plan.  

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In zahlreichen europäischen Ländern ist das Snickers-Eis von Mars von einem Rückruf betroffen. Obwohl von einer empfindlichen Verunreinigung der Produkte berichtet wird, ist bisher in Deutschland aber nichts passiert. Foodwatch fordert eine Reaktion des Konzerns. 

Rückruf von Snickers-Eis

Betroffen sind zwei Chargennummern der beliebten Eiscreme: 

  • Snickers Ice Cream, EAN Code: 5000159344074, MHD 03/2023, Chargen 116E3DOE02 und 116D3DOE02 

  • Snickers Ice Cream, EAN Code: 5000159344074, MHD 03/2023, Charge 117B1DOE02 

Produkte aus beiden Posten sollen laut Foodwatch auch in Deutschland verkauft worden sein: am 29. Juli 2021 bei Edeka in Berlin und am 4. August 2021 bei Rewe und Edeka in Berlin. 

Rückrufe in der EU, aber nicht in Deutschland

Wie Foodwatch berichtet, habe der Mars-Konzern das betroffene Snickers-Eis bereits im Juli in Rumänien, Schweden und Österreich wegen Gesundheitsgefahren zurückgerufen. Auch in den Niederlanden und Frankreich werden die Chargen nicht mehr verkauft. 

In Deutschland allerdings ist bisher kein Rückruf erfolgt. In einer Petition schreiben die Foodwatch-Mitglieder:innen: „Während also in anderen Ländern Produkte aufgrund von Gesundheitsgefahren zurückgerufen werden, vertreibt Mars die gleichen Produkte in Deutschland weiter.“

Ethylenoxid in Johannisbrotmehl: E410

Der Skandal rund um das Snickers-Eis schwelt nun schon seit Wochen. Im Juli hatten mehrere Organisationen – darunter auch der Deutsche Verbraucherverband – von einer Verunreinigung von Lebensmitteln mit Ethylenoxid (ETO) berichtet. Konkret hätten Labortests eine Ethylenoxid-Belastung in Johannisbrotmehl nachgewiesen. Ethylenoxid ist ein Gas, das in der Lebensmittelherstellung zur Desinfektion verwendet wird. Es gilt als giftig und krebserregend, weswegen die Verwendung des Stoffes in der EU untersagt ist. 

Johannisbrotmehl allerdings kommt in der EU zum Einsatz. Es wird oftmals unter dem Vermerk E410 als Verdickungsmittel und Stabilisator in Eiscremes, Konfitüren, aber auch in Backwaren oder Fleischprodukten verwendet. 

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Heftige Kritik von Foodwatch: So reagiert Mars

Nach anfänglichem Schweigen hat der Mars-Konzern inzwischen auf die Vorwürfe und den Appell zum Rückruf von Foodwatch reagiert. Auf der Homepage schreibt der Hersteller: 

„Wir wurden von einem Lieferanten über Spuren von Ethylenoxid (ETO) in einer Produktzutat informiert, die dieser an unsere Eiscremefabrik in Frankreich liefert. Die in der Zutat enthaltene Menge an ETO ist geringfügig höher als nach EU-Recht für diese Zutat zulässig. Die Produkte sind sicher für den Verzehr: Wir verwenden nur eine geringe Menge dieser Zutat in unseren Eiscreme-Rezepturen. Daher ist der Gehalt an ETO in den fertigen Eiscreme-Produkten minimal und liegt weit unter den gesetzlichen EU-Grenzwerten für diese Zutat. Wir haben eine umfassende Untersuchung durchgeführt, die lokalen Behörden informiert und schlussendlich für Deutschland entschieden, die Produkte nicht aus dem Verkauf zu nehmen, da der Verzehr der betroffenen Eiscreme-Produkte nicht schädlich ist.“

Wer Produkte aus den betroffenen Chargen gekauft hat, kann das Snickers-Eis nicht im Supermarkt zurückgeben. Ein Umtausch ist in Deutschland ohne offiziellen Rückruf nicht möglich.  

Artikelbild und Social Media: IMAGO / Newscast

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