Diesel-AbgaseSo giftig sind Autoabgase für Kinder: Ein Kinderarzt warnt jetzt

Kinderarzt deckt auf: SO schädlich sind Auto-Abgase für Kinder
Diesel-Abgase sind gefährlich - vor allem für Kinder.
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Der Kinderarzt Gerald Hofner warnt vor Auto-Abgasen, insbesondere Feinstaub. Zu groß sei die Gefahr für Kinder zu erkranken. Für Familien hat Hofner einen Rat.

Die dreckigste Straße Deutschlands ist laut Messungen das Neckartor in Stuttgart. Aber auch andere Ecken sind hierzulande gefährlich für uns Menschen - weil sich Gase wie Stickoxid und die Belastung durch Feinstaub breitmachen. Am schlimmsten leiden die Kinder. “In den Großstädten können wir vermehrt Symptome beobachten, die auf die Belastung durch Abgase zurückzuführen sind”, sagt der Kinderarzt Gerald Hofner der Huffington Post

 

Gase sind im Gegensatz zu Feinstaub noch fast harmlos

Gase seien laut Hofner zwar kurzfristig schädlich, werden aber schnell neutralisiert - es sei denn, man sei Asthmapatient. Allerdings können Gase wie Stickoxid laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation zu Schwindel und Kopfschmerzen führen und sogar Atemnot und Lungenödeme auslösen. 

Was schon beängstigend klingt, geht noch schlimmer: Gesundheitsschädigender als Gase, ist Feinstaub - vor allem kleine Partikel. “Je kleiner die Partikel, desto schädlicher sind sie. Partikel unter 0,1 Mikrometer geraten in die Lunge oder sogar in die Blutbahn”, erklärt Hofner. “Sie werden dort abgelagert und in Verbindung mit Krebsentwicklung und Arteriosklerose gebracht.” Größere Partikel halten unsere Nasenhaare oder die Schleimhäute noch zurück - kleine rutschen so durch.

 

Die Folgen für Kinder bei zu viel Feinstaub

Der Ruß aus Dieselfahrzeugen hat besonders kleine Partikel. Für Kinder kann das, da sie noch im Wachstum sind, schlimme Folge haben. “Dabei können Luftschadstoffe eine ungünstige Auswirkung auf die Entwicklung der Lunge haben.” Zudem steigt das Risiko einer Mittelohrenentzündung um bis zu 24 Prozent. Das größte Problem laut Hofner: “Die Reizungen, die Gase wie Stickoxid verursachen, merkt man sofort. Der Feinstaub ist aber besonders trügerisch: Die Menschen merken die Gefahr, die er für ihre Gesundheit darstellt, erst, wenn es zu spät ist.”

Daher rät der Kinderarzt dringend dazu, von groß befahrenen Straßen wegzuziehen. In Nebenstraßen sei die Gefahr viel geringer. “Der Feinstaub wird durch den Verkehr nur in einem Radius von 10 bis 20 Metern aufgewirbelt”, sagt Hofner. 

Erschreckend: “Würde man eine valide, langfristige Untersuchung machen, würde man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, dass Kinder, die an sehr stark befahrenen Straßen leben, eine geringere Lebenserwartung haben als andere."

Im Kontext des Dieselabgas-Skandals wird also deutlich: Das Einhalten der Grenzwerte in der Autoindustrie muss durchgesetzt werden. 

 

 

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