Gegen Delta

Söder fordert Impfprogramm für Schüler:innen

Entgegen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) möchte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein bundesweites Impfprogramm für Schüler:innen starten. Grund dafür ist die drohende vierte Corona-Welle.  

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Markus Söder (CSU, 54) hat zwei Pläne: Er möchte zum einen ein bundesweites Impfprogramm für Schüler:innen auf den Weg bringen und zum anderen schärfere Einreiseregeln für Urlauber früher als geplant umsetzen. Diese Ziele verfolgt der Bayrische Ministerpräsident nicht ohne Grund. Seit Wochen steigen die Infektionszahlen in Deutschland wieder an. 

Corona: Die Infektionszahlen steigen

Virologen und Experten warnen schon seit Monaten: Deutschland steuert direkt auf die 4. Welle in der Corona-Pandemie zu. Die seit Wochen stetig steigenden Infektionszahlen belegen dies: Am 6. Juli hatte die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ihren Tiefstwert von 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche erreicht. Seitdem steigt der Wert und steht am 26. Juli bei 14,3. 

Dafür verantwortlich sind zahlreiche Faktoren, allen voran die Delta-Variante, die um ein Vielfaches ansteckender ist als der Originalstamm des Coronavirus’. Aber auch das vermehrte Reisen in den Sommermonaten birgt ein Risiko: Im Urlaub nehmen viele die Corona-Schutzmaßnahmen nicht ganz so genau und die Lust auf sorgenloses Feiern ist groß. Außerdem kritisch: Gerade die jungen Leute, die es jetzt nach draußen und zusammen zieht, sind noch nicht geimpft und stecken sich deswegen leichter mit COVID-19 an. 

Markus Söder: Impfprogramm für Schüler:innen gegen die 4. Welle

Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu unterbinden, wirbt Markus Söder für ein bundesweites Impfprogramm für Schüler. Das berichtet unter anderem der „BR24“. Entgegen der Empfehlung der Stiko sollten sich demnach alle Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren gegen Corona impfen lassen. Die Ständige Impfkommission befürwortet bisher lediglich Impfungen für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen. Der Expertengruppe zufolge bestünde in dieser Altersgruppe ein geringeres Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken, was generelle Impfungen unnötig mache. 

Söder zufolge sollte die Politik nicht abwarten, bis die Stiko ihre Empfehlung eventuell überdenkt – oder eben nicht. Der CSU-Chef möchte das Impfprogramm für Schüler:innen möglichst zeitnah auf den Weg bringen.  

Markus Söder
Foto: Lennart Preiss/Getty Images

Strengere Einreiseverordnungen sollen früher kommen

Nicht nur die geringe Impfquote unter Jugendlichen könnte laut Söder im Herbst ein Problem werden. Er sieht in Urlaubsrückkehrern einen großen Risikofaktor. „Die Ferien werden der Corona-Treiber sein“, betonte der Ministerpräsident. 

Die aktuelle Einreiseverordnung des Bundes umfasst deutliche Lockerungen unter anderem bei den Quarantäneregelungen. Sie gilt noch bis zum 10. September. Das heißt, dass eventuelle Verschärfungen nach aktuellem Stand frühestens am 11. September greifen könnten – zu spät, wie Ministerpräsident Söder findet. Schließlich seien dann die Sommerferien in allen deutschen Bundesländern bereits vorbei und potentiell erkrankte Urlauber:innen wieder zuhause. Die Lösung nach Söder: Schärfere Einreiseverordnungen ab dem 1. August, wenn 14 der 16 Bundesländer noch Ferien haben. Unter anderem fordert Söder eine generelle Testpflicht bei Einreise nach Deutschland. Egal, woher man kommt. 

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Corona-Gipfel vorziehen?

Um seinen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, schlägt Bayern Ministerpräsident vor, den für Ende August geplanten Corona-Gipfel von Bund und Ländern auf diese Woche vorzuziehen. Der „Augsburger Allgemeinen“ sagte er, er bereite eine Schalte mit den unionsgeführten Ländern am Dienstag (27.07.) vor. „Der Blick in andere europäische Länder zeigt: Wir haben im Wettlauf mit der Delta-Variante keine Zeit mehr zu verlieren“, betonte der Politiker. 

Ob Markus Söders Kollegen das Impfprogramm für Schüler:innen und schärfere Einreisebedingungen im August unterstützen, bleibt abzuwarten. 

Artikelbild und Social Media: Lennart Preiss/Getty Images

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