SchicksalsschlägeSonja Ziemann: Wie das Schwarzwald Mädel zu Lebzeiten durch die Hölle gehen musste

Sonja Ziemann, das umschwärmte „Schwarzwaldmädel“ stirbt im Alter von 94 Jahren in München. Es gibt einige Stellen in ihrer Biographie, von denen kaum jemand weiß: Sie musste tragische Schicksalsschläge erleiden!

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Nach dem Zweiten Weltkrieg sehnten sich die Deutschen in den zerbombten Städten nach Ablenkung. Und dann kam sie: Sonja Ziemann, 24 Jahre alt. 1950 spielte sie herzzerreißend schön das „Schwarzwaldmädel“. Naiv und tugendhaft lief sie vor blauem Himmel über grüne Bergwiesen, um die große Liebe zu finden. Dabei rührte sie in Kinosälen 16 Millionen Zuschauer zu Tränen. Ein Star war geboren!

Jetzt starb die Königin des Heimatfilms in einem noblen Seniorenheim in München. Erst am 8. Februar hatte sie ihren 94. Geburtstag gefeiert. Sie schlief friedlich ein ...

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Das Leben von Sonja Ziemann

Mit ihrem Leben hätte man Drehbücher füllen können – auch für Tragödien! Die Schauspielerin kam 1926 als Tochter eines Buchprüfers in Eichwalde bei Berlin zur Welt. Ihr Vater machte Überstunden, damit seine Sonja die Ballettschule besuchen konnte.

Nach ersten Auftritten vor der Kamera ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Mit 27 hatte sie schon 27 Filme gedreht und musste viele Angebote wegen ihrer Überbeschäftigung ablehnen. Für Hollywoodrollen gar keine Zeit. „Ne, warum soll ich das riskieren, wenn ich hier noch genug zu tun habe?“

Auch privat war zunächst alles wie im Liebesfilm: 1951 heiratete sie den Strumpffabrikanten Rudolf Hambach, 1953 kam Söhnchen Pierre zur Welt. Die junge Mutter war so stolz: „Der schönste Tag in meinem Leben! Er war das größte und schwerste Kind in der Klinik.“

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Tragische Schicksalsfälle

Doch das Glück war nicht von Dauer – die Ehe scheiterte. Ihr zweiter Ehemann, der Autor Marek Hlasko, starb 1969 durch eine Überdosis Schlaftabletten. Nur sieben Monate später verlor Sohn Pierre mit 16 Jahren seinen Kampf gegen den Krebs. Ein Rückenmarkstumor. Seine Mutter war am Ende ihrer Kraft. „Das war der totale Bruch in meinem Leben“, sagte sie.

„Weitermachen oder nicht?“, fragte sie sich. Sie machte weiter und bekam ihr Leben wieder in den Griff. 1989 heiratete sie ihren Kollegen Charles Regnier († 87). Ihre große Liebe. Als auch er 2001 starb, zog sie sich zurück.

Im Seniorenheim mochte Sonja Ziemann nicht mehr auf die alten Heimatfilme angesprochen werden. Sie hatte doch viel ernsthaftere Rollen gespielt, viel bedeutendere. Aber als „Schwarzwaldmädel“ hat sie zur rechten Zeit Millionen Herzen gewärmt. Vielen Dank, liebe Sonja Ziemann!

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