Verheerende FolgenSonnenstürme aus dem All: Darum sind sie so gefährlich

Wissenschaftler haben eine Sonde entworfen, die neue Informationen über die Sonne liefern soll. So sollen der gefährliche Einfluss von Sonnenstürmen auf die Erde reduziert und Maßnahmen, um uns vor den Folgen zu schützen, entwickelt werden.

Forscher sind sich sicher: Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis die Erde erneut ein mächtiger Sonnensturm erreicht. Beim letzten großen Sturm im Jahr 1859, dem sogenannten Carrington-Ereignis, soll es nachts so hell wie am Tag gewesen sein. Telegrafen setzten aus und Papier entzündete sich von selbst. Seither verfehlten Sonnenstürme ähnlicher Stärke glücklicherweise die Erde.

 

Mögliche Folgen eines Sonnensturms

Heute wären die Folgen durchaus weitreichender als im 19. Jahrhundert. Durch die sensible Technik, auf die wir uns in unserem Alltag verlassen, müssten wir auf sehr viel verzichten. Die Satelliten im All würden ausfallen und könnten sogar auf die Erde niederfallen. Telefon-, Internet- und Stromnetze würden zusammenbrechen, auch GPS würde nicht länger funktionieren. Dieser Zustand könnte laut Experten mehrere Monate andauern.

 

Nur eine Frage der Zeit

„Wir müssen davon ausgehen, dass solche großen solaren Ereignisse sich einmal alle 100 bis 200 Jahre wiederholen. Es geht nur ums Wann, nicht ums Ob“, erklärte Catherine Burnett, Chefin der Weltraumwetter-Abteilung des britischen nationalen meteorologischen Dienstes gegenüber dem Telegraph. Ein genauer Zeitpunkt kann aber nicht vorausgesagt werden. Zurzeit gibt es außerdem nur eine mögliche Vorwarnzeit von einigen Stunden. Denn der Ausbruch muss erst passieren, um ihn registrieren zu können. Doch das Plasma der Sonne ist mit einer Hochgeschwindigkeit von bis zu 2000 Kilometer pro Stunde im All unterwegs.

Diese Abhängigkeit soll sich in Zukunft aber ändern. Die Europäische Weltraumagentur (ESA) hat eine neue Sonde namens „Solar Orbiter“ entwickelt, die mehr Informationen über die Sonne liefern soll. So könnten Forscher im weiteren Verlauf ein richtiges Vorhersagemodell entwickeln, um vor Sonnenstürmen zu warnen und frühzeitig Schutzmaßnahmen vorzunehmen. Im Jahr 2020 soll die neue Sonde an den Start gehen. Aktuell wird sie noch von deutschen Experten in Darmstadt getestet.

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