WirtschaftSparkasse: Jetzt müssen Kunden fürs Geldabheben zahlen

Sparkassen-Kunden sollen demnächst für das Abheben von Geld Gebühren zahlen. 43 von 400 Sparkassen in Deutschland lassen sich den Dienst jetzt bezahlen.

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Sparkassen erheben bald von ihren eigenen Kunden Gebühren für das Geldabheben
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Damit hätten wir dann doch nicht gerechnet: Nachdem wir schon im Februar schwer schockiert waren, dass die Sparkasse nun Gebühren für das Einzahlen von Münzen erhebt, folgt die nächste Hiobsbotschaft. Wie die Frankfurter Allgemeine schreibt, erhebt die Sparkasse zukünftig auch Gebühren für das Abheben von Geld am Automaten.

Bitte was? Dabei hatte der Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon noch letzten Herbst gegenüber der Bild versprochen, das Geldabheben bleibe selbstverständlich kostenlos. Laut Frankfurter Allgemeine sollen nun aber immerhin 43 der 400 Sparkassen in Deutschland Gebühren fürs Geldabheben fordern. Je nach Kontomodell wird rund 1 Euro pro Geldabheben gefordert.

 

Kunden können die Kosten für das Geldabheben theoretisch umgehen, indem sie ein anderes Kontomodell wählen. Dann drohen jedoch andere Kosten wie zum Beispiel eine Monatspauschale. Die Sparkasse verfügt über das dichteste Geldautmaten-Netz in Deutschland und hat mehr als doppelt so viele Geldautomaten aufgestellt wie Volks- und Raiffeisenbanken. Das Abheben war für "fremde" Banken an Automaten der Sparkassen schon immer besonders teuer. Die Kosten, die nun für das Abheben von eigenen Kunden erhoben werden, sollen die Einnahmen der Sparkasse erhöhen.

 

Sparkasse schafft mit Gebühren eine neue Einnahmequelle

Immer weniger Menschen sparen, da Zinsen auf Erspartes zurzeit gering ausfallen, für Kredite dagegen nur geringe Zinsen anfallen. Mit dieser andauernden Niedrigzinsphase wollen Staaten und Zentralbanken die Wirtschaft ankurbeln, setzen aber gleichzeitig die deutschen Banken unter Druck, bei denen zurzeit wichtige Erträge wegfallen. Einzelne Leistungen um das Konto werden deshalb nun immer öfter kostenpflichtig. Die Kosten werden mit der Infrastruktur, die für den Zahlungsverkehr nötig ist, gerechtfertigt. Geldautomaten müssten zudem regelmäßig gefüllt und gewartet werden. Ist ja alles schön und gut, aber vielleicht sollten sich Sparkasse und Co. lieber überlegen, wie sie ihren Kunden das Sparen wieder attraktiver machen können - anstatt nun auch noch die letzten Sparer zu vertreiben.

 

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