Und es gab eine rechtswidrige Klausel

Sparkasse: Sparer haben zu wenig Zinsen bekommen - Diese Kunden sind betroffen!

Verbraucherzentralen warnen Sparkassen-Kunden davor, bei langfristigen Sparverträgen zu wenig Zinsen ausgezahlt zu bekommen.

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Die Verbraucherzentrale Sachsen hat gegen die gegen die Leipziger Sparkasse Musterfeststellungsklage eingereicht und nun vom Oberlandesgericht Dresden Recht bekommen. Der Sparkasse wird vorgeworfen, bei Sparverträgen zu wenig Zinsen gezahlt zu haben.

Vebraucherzentrale: Klage gegen Sparkasse Leipzig wegen zu geringer Zinsen

Konkret geht es um die Verträge zum "S-Prämiensparen flexibel". 1994 wurde ein Zinssatz von vier Prozent angesetzt – viel zu wenig, so die Verbraucherzentrale. Den Sparern könnten im Durchschnitt rund 3100 Euro nicht ausgezahlt worden sein. An der Klage gegen die Sparkasse Leipzig hatten sich über 1000 Kunden beteiligt.

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Allerdings wartet noch einiges an Arbeit auf die Kläger, denn: Das Oberlandesgericht hat nicht festgelegt, wie die Zinssetzung in den Prämiensparverträgen nun konkret gehandhabt werden soll. Ihren individuellen Anspruch müssen die Kunden nun in einem Rechtsstreit selbst verhandeln. Dagegen hat die Verbraucherzentale aber bereits Revision beim Bundesgerichtshof beantragt. "Jeder Verbraucher soll die eigenen Ansprüche auf den Cent genau berechnen können", so Michael Hummel, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, gegenüber "Focus Online".

Sparkasse-Kunden haben Beiträge im fünfstelligen Bereich zu wenig erhalten

Die Verbraucherzentrale geht gegen die betroffenen Sparkassen vor, weil bei vielen Sparverträgen unklar sei, wie die Zinssenkung zu Stande gekommen sei. Zudem wird ihrer Meinung nach nicht genug offen gelegt, wie sich der Grundzins verändert. In den Verträgen befinden sich darüber hinaus Zinsanpassungsklauseln, die es den Banken ermöglichen, Zinsen anzupassen und den Zinssatz regelmäßig nach unten hin zu verändern.

Dadurch werden besonders bei langfristigen Sparverträgen jedes Jahr weniger Zinsen gutgeschrieben und bei der Auszahlung bekommen die Kunden weniger Geld, als ihnen eigentlich zusteht. Die Kunden haben damit im Durchschnitt Beträge im fünfstelligen Bereich zu wenig erhalten.  

Rechtswidrige Klausel: Diese Kunden sind betroffen

Von den rechtswidrigen Klauseln betroffen sind langfristige Sparverträge mit variablem Zinssatz, die in den 1990er- und 2000er-Jahren abgeschlossen wurden. Wer einen solchen Vertrag hat und feststellen musste, dass der Zinssatz immer weiter nach unten gegangen ist, kann seine Zinsansprüche unter anderem bei der Verbraucherzentrale Sachsen für 85 Euro prüfen lassen, schreibt "Focus Online".

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Mit den Vorwürfen falscher Zinsberechnungen müssen sich Sparkassen in ganz Deutschland auseinandersetzen. Wie schnell diese den Kunden die ausstehenden Beträge zurückzahlen, hängt von den einzelnen Instituten und deren Hauspolitik ab. In einigen Fällen seien die Nachzahlungen den Kunden ohne große Diskussionen zugestanden worden, bei anderen Sparkassen werde eine härtere Linie gefahren, so Andrea Heyer, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen, gegenüber dem MDR.

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