Kunden verlieren GeldSparkassen-Horror: Zehntausenden Kunden wird gekündigt

Schock für alle Langzeit-Prämien-Sparer: Die Sparkasse darf Altverträge kündigen. Jetzt verlieren Zehntausende Kunden Geld.

Inhalt
  1. Schluss mit Prämienverträgen? Darum kündigt die Sparkasse
  2. Sind die Kündigungen rechtens?
  3. Werden andere Sparkassen und Banken Prämiensparverträge ebenfalls kündigen?

Es klingt wie der wahrgewordene Alptraum aller Banken-Skeptiker: Die Stadtsparkasse München kündigt 28.000 Kunden ihre Prämiensparverträge. Weiteren 15.000 Kunden steht die Kündigung ihrer Verträge im neuen Jahr noch bevor. Wie ist das möglich und werden weitere Sparkassen und Banken den Münchnern folgen?

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Schluss mit Prämienverträgen? Darum kündigt die Sparkasse

Bei den gekündigten Verträgen handelt es sich ausschließlich um Prämiensparverträge. Viele Kunden haben diese in den 1990er Jahren abgeschlossen und damit nicht nur gespart, sondern auch Geld verdient: Für ihr gespartes Geld gab es nicht nur Zinsen, sondern zusätzlich auch feste Prämien, die anstiegen, je länger der Vertrag andauerte. Das wird für die Banken nach dem 15. Jahr jedoch so teuer, dass die Münchner Stadtsparkasse nun einen Schlussstrich zieht. Gegenüber der ‚Süddeutschen Zeitung‘ begründet Ralf Fleischer, der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, das Vorgehen damit, dass die Renditen nicht mehr zeitgemäß seien und betont, dass die anhaltend niedrigen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Banken zu dieser Maßnahme treibe.

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Sind die Kündigungen rechtens?

Die Münchner Stadtsparkasse ist nicht die erste Sparkasse, die ihren Prämienspar-Kunden kündigt – allerdings ist die Anzahl der 28.000 erfolgten und 15.000 zu erwartenden Kündigen wohl bisher beispiellos. Vor allem betroffene Kunden fragen sich, ob die Kündigungen überhaupt rechtens sind, schließlich hat man ja einen Vertrag abgeschlossen…

Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs haben die Sparkassen ein Kündigungsrecht für die Prämiensparverträge ohne festgelegte Laufzeit, sobald die letzte angegebene Prämienstufe erreicht ist. Ein Sparvertragsangebot der Sparkasse bot den Kunden beispielsweise nach 15 Jahren 50 Prozent des Sparbeitrags – nach den 15 Jahren und der Zahlung der Prämie darf die Sparkasse gemäß dem Urteil bei Vorliegen eines sachgerechten Grundes kündigen.

Die Verbraucherzentrale Thüringen widerspricht dem Urteil des BGHs allerdings und macht deutlich, dass langfristige Prämiensparverträge nicht generell kündbar sind. Zudem bezieht nun auch die Verbraucherzentrale Bayern gegenüber der ‚Bild‘ Stellung und weist darauf hin, dass Bundesgerichtshof nur über einen Einzelfall entschieden habe. Betroffene Sparkassen-Kunden sollten demnach gegen die Kündigung vorgehen, da sich die Kündigungsfälle ja durchaus voneinander unterscheiden können.

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Werden andere Sparkassen und Banken Prämiensparverträge ebenfalls kündigen?

Prämiensparverträge wurden in der Vergangenheit nicht nur von Sparkassen abgeschlossen, aber zu einem sehr hohen Anteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft Prämiensparverträge auch bei anderen Sparkassen und Banken gekündigt werden ist hoch, wenn man Fleischers Argumentation in Betracht zieht – zumal die rechtliche Vorlage für derartige Kündigungen nun besteht.

 

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