Mama-BlogSperr das Mama-Tier mal in den Käfig!

Mama-Bloggerin Timea aus München schreibt für Wunderweib.de über ihr Leben als Mama einer fast 2-jährigen Tochter. Diese Woche schreibt sie über wohltuenden Egoismus, den jede Mutter ab und an mal braucht.

Mütter lieben ihre Kinder - aber sie sind trotzdem auch noch eigenständige Frauen mit eigenen Bedürfnissen.
Mütter lieben ihre Kinder - aber sie sind trotzdem auch noch eigenständige Frauen mit eigenen Bedürfnissen.
Foto: iStock
Inhalt
  1. Alle Mamas werden Mama genannt
  2. Ich will nicht nur als Mama abgestempelt werden!
  3. Wir Mütter müssen ab und zu an uns selbst denken!

 

Alle Mamas werden Mama genannt

"Meine Tochter Léla nennt eine liebe Freundin von mir „Mama“. Sie hat in den vergangenen Wochen mehr Zeit mit ihr verbracht als sonst, da meine Freundin eine Tochter in ihrem Alter hat und Léla einige Nachmittage nach der Kita mitbetreute. Meine Freundin berichtete mir, dass sie auch von Léla „Mama“ genannt wurde. Klar, was denn sonst?! Sie ist doch eine Mama, also kann man sie doch Mama nennen.

Dass meine zweijährige Tochter diese Konsequenz zieht, ist verständlich. Wenn auch im ersten Moment komisch für mich, aber letztendlich normal. Eine Frau, die eine Mama ist, heißt Mama. Viel nerviger empfinde ich diesen neuen Spitznamen „Mama“, wenn er von anderen Erwachsenen verwendet wird, um mich zu beschreiben. Wenn ein Kumpel von mir mich mit „Na Mami, wie geht’s?“ begrüßt, dann koche ich innerlich. Ich bin eine Mami, ja. Aber nur für meine Tochter. Für alle anderen bin ich immer noch die Timea.

 

Ich will nicht nur als Mama abgestempelt werden!

Doch leider kann ich nicht mit reinem Gewissen behaupten, dass ich mich nicht verändert hätte, seit ich Mutter geworden bin. Natürlich habe ich das. Das Mama-Tier wuchs in mir auf, ähnlich wie meine Tochter neun Monate lang. Ich achte mehr darauf, dass meine Freunde nicht frieren, wenn wir irgendwo draußen sitzen. Mama Timea kümmert sich um ihre Liebsten. Trotzdem möchte ich nicht „nur“ als Mama abgestempelt werden.

Ich bin immer noch ich, ein verrücktes Huhn, das gerne Blödsinn macht. Ich bin immer noch ich, die gerne arbeitet und ihre Selbstständigkeit weiter aufbauen möchte. Ich bin immer noch ich, die gerne ab und an mal ein Glas Wein zu viel trinkt und die Füße sorgenfrei hochlegt. Zumindest wäre ich gerne all das - immer noch.

 

Wir Mütter müssen ab und zu an uns selbst denken!

Es ist wichtig für uns „Mamis“, dass wir dieses allmächtige Mama-Tier einfach mal in den Käfig sperren und für eine Weile nicht rauslassen. Heißt: Wir müssen hin und wieder nur mal an uns selber denken. Wenn es mir als Person gut geht, kann ich auch eine bessere Mutter sein, da bin ich mir ganz sicher.

Seit dieser Woche besuche ich einen Yoga-Kurs. Es ist unglaublich entspannend sich anderthalb Stunden lang nur mit sich selber zu beschäftigen, den Fokus nach innen zu lenken. In meinem Kurs ist eine Frau, die drei Kinder hat. Bei der Kennenlern-Runde gab sie an, dass sie kurz vor dem Durchdrehen war und deshalb diesen Kurs gebucht hat. Einfach mal nur etwas für sich unternehmen war, bevor wir Kinder hatten, doch auch selbstverständlich.

 

Lasst uns einfach mal egoistisch sein! Ich liebe es, alleine durch die Stadt zu schlendern an einem Samstagnachmittag und einfach mal Papa und Kind alleine zu lassen. Ich gönne mir einen riesen großen Kaffee einen extra mega leckeren Kuchen mit unendlich viel Schokolade, den ich ganz alleine verdrücke und niemanden was davon abgebe. Shoppen gehen, ohne Kinderwagen - ein Traum! Nehmt euch diese Auszeit und fühlt euch wohl dabei. Lasst das Mama-Tier einfach mal zuhause, löst euch von diesem Stempel.

Ich erinnere mich immer noch freudig an meine kurze Wellness-Auszeit zurück. Nach Lélas erstem Geburtstag gönnte ich mir zwei Nächte in einem Tiroler Spa-Hotel mit Gourmet-Verpflegung. Da es so schön war und - siehe da - meine Tochter diese kurze Zeit auch nur mit Papa überleben konnte, verlängerte ich um eine Nacht. Ich habe das Glück einen liebenden Mann zu haben, der mich zu diesem verlängerten Wochenende ermutigte. Ohne seinen Zuspruch damals, hätte ich mir das wohl gar nicht erlaubt. Ich war zu sehr Mama-Tier nach diesem ersten turbulenten Baby-Jahr. Heute fühle ich mich sicherer in meiner veränderten eigenen Haut. Ich bin ich, aber eben auch Mama. Und nicht nur das.

Liebe Grüße,

Eure Timea

 

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