WetterprognoseStädte im Ausnahmezustand: Unwetterwarnung auch am Freitag

In Berlin rief die Feuerwehr einen Ausnahmezustand wegen Überflutungen aus. Auch heute warnen Meteorologen noch vor Stürmen, Hagel und Starkregen, kurzum: dem Unwetter.

Schon am gestrigen Donnerstag verhängte die Berliner Feuerwehr einen Ausnahmezustand in der Hauptstadt. Spätestens, wenn man sich das Ausmaß des Starkregens anschaut, weiß man: Es war die richtige Entscheidung. Zahlreiche Straßen sind völlig überflutet, Keller vollgelaufen, die Stadt überschwemmt.

In weniger als 24 Stunden fiel doppelt so viel Regen, wie sonst in einem ganzen Monat (Juni): 143,5 Liter pro Quadratmeter waren es, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnete. Die Berliner Feuerwehr meldete gestern über 2.536 Einsätze (allein bis Mitternacht!) - das sind mehr, als in der Silvesternacht. In Berlin-Charlottenburg musste sogar ein Mietshaus evakuiert werden: Einsturzgefahr aufgrund gigantischer Wassermassen. Erst heute Morgen gab ein Statiker Entwarnung. Die 18 Bewohner konnten zurück in ihre Wohnungen.

Auch der Verkehr wurde von den Wassermassen lahmgelegt. U-Bahnhöfe liefen voll mit Regenwasser, die A100 (eine der meistbefahrensten Straßen Deutschlands) wurde in Tunnelbereichen nachts wegen Überschwemmungen gesperrt. Auch Flüge (am Flughafen Berlin-Tegel) wurden gestrichen oder umgeleitet.

Knöchelhohes Wasser auf den Straßen, verspätete Busse, schwer erreichbare Taxen: Der starke Regen hat die Berliner Innenstadt gestern lahmgelegt. Sogar beim Notruf hingen Anrufer für Minuten in der Warteschleife. Das Technische Hilfswerk musste der Feuerwehr helfen, um alle Einsätze abzufertigen.

Doch nicht nur Berlin wurde vom Starkregen überflutet. Auch Niedersachen und Brandenburg hatten mit den Wassermassen zu kämpfen. Zudem hatte der DWD schon gestern Abend Starkregen-Warnungen auch auf Norddeutschland ausgeweitet. In Oldenburg (Niedersachsen) stürzte sogar das Dach einer Firma unter den Regenmassen ein. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

 

Wetterdienst warnt vor Unwetter am Freitag

Der DWD hat in der Nacht weitere Warnungen ausgesprochen: Die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern werden demnach den ganzen Freitag (30. Juni) vor langanhaltendem Starkregen bedroht.

Vor allem für Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) gilt heute eine "amtliche Unwetterwarnung mit extrem ergiebigem Dauerregen." - und somit höchste Unwetterwarnung Stufe 4! Für den Rest Mecklenburg-Vorpommerns sowie Hamburg und den Norden Schleswig-Holsteins verhängt der DWD die Unwetterwarnstufe 3.

An den Küsten Deutschlands sowie im Osten Deutschlands (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und die Spitze des nordöstlichen Bayerns) gilt zudem eine Warnung vor Windböen (um 55 km/h), teilweise sogar Sturmböen (um 65 km/h).

Am Samstag, dem 1. Juli, wird der Regen dann auch West- und Süddeutschland erreichen. Die Temperaturen erreichen 17 Grad in Saarbrücken, bis zu 22 Grad in München, Berlin und Baden-Württemberg, sowie 18 Grad an der Norddeutschen Küste um Kiel (Schleswig-Holstein) herum. Am Sonntag bleibt es weiterhin wechselhaft, bevor ab Montag vermutlich der Sommer endlich auch in Deutschland einkehrt.

(ww7)

Kategorien: