Hartz IVSteigen jetzt die Hartz-IV-Sätze? Sozialverbände fordern höhere Sozialleistungen

Selbst wer Hartz IV bezieht, kann davon kaum leben. Das zeigt der tägliche Andrang an deutschen Tafeln. Sind höhere Hartz-IV-Sätze die Lösung für das Problem? Das fordern jetzt mehrere Sozialverbände.

Die Debatte um die Essener Tafel, die einen Aufnahmestopp für Ausländer verhängt hat, geht weiter. Denn die Frage, die das Problem wirklich aufwirft, ist: Wieso sind so viele Bürger in Deutschland überhaupt auf Lebensmittel von der Tafel angewiesen? Hat der Sozialstaat versagt?

Statistiken zeigen, dass aktuell bis zu 1,5 Millionen Menschen das Angebot deutscher Tafeln nutzen. Davon sind über die Hälfte Rentner, Kinder oder Alleinerziehende. Eigentlich sollten Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld und Hartz IV die Grundbedürfnisse sichern – anscheinend geht dieses Konzept aber nicht auf.

Jetzt fordern die Sozialverbände eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. 30 Sozial- und Wohlfahrtsorganisationen haben dazu bereits eine Erklärung an die zukünftige Koalition abgegeben. Darin wird nicht nur eine Anhebung der Sozialleistungen verlangt, sondern auch davor gewarnt, dass Flüchtlinge und Arme gegeneinander ausgespielt werden.

 

Bis zu 150 Euro mehr Hartz IV gefordert

Konkret sollen die Sätze um 100 bis 150 Euro monatlich angehoben werden. Denn nach aktuellen Berechnungen ständen Kindern aus Haushalten, die Sozialleistungen beziehen, gerade einmal 3,93 Euro für Lebensmittel täglich zur Verfügung.

Deswegen geht es in der Forderung der Sozialverbände nicht nur um die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, sondern auch darum, das Problem generell anzugehen: In einem reichen Land wie Deutschland sollte etwas gegen Langzeitarbeitslosigkeit und Kinder- und Altersarmut getan werden.

Zuletzt weist die Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz darauf hin, dass nicht die Flüchtlingspolitik, sondern die verfehlte Sozialpolitik für die Probleme der Tafeln verantwortlich sei. Flüchtlinge sollten nicht als Sündenböcke dargestellt werden.

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