Neue RegelungenSteuer 2019: Das ändert sich ab Januar in Deutschland

Höhere Einkommensgrenzen und Freibeträge, neuer Mindestlohn für Minijobber und spätere Abgabe-Deadlines: Bei der Steuer 2019 ändert sich vieles in Deutschland.
 

Inhalt
  1. Steuererklärung: Mehr Zeit, weniger Belege
  2. Neue Einkommensgrenzen
  3. Höhere Freibeträge
  4. Minijobs: Höherer Mindestlohn bedeutet weniger Stunden
  5. Jobtickets sind ab 2019 steuerfrei
  6. Vorteile für Elektro-Dienstwagen, Hybridfahrzeuge und Dienstfahrräder
  7. Ein Recht auf Brückenteilzeit
  8. Neue Sachbezugswerte für Arbeitnehmer 

Die Steuerbelastung in Deutschland ist so hoch wie nie – es lohnt sich also, fernab der derzeit so heiß diskutierten Grundsteuer darüber Bescheid zu wissen, welche Steuern man überhaupt zahlt und was sich ab Januar 2019 in Deutschland alles ändert. Wir haben die wichtigsten Fakten

 

Steuererklärung: Mehr Zeit, weniger Belege

Ab Januar 2019 profitiert der Steuerzahler in Deutschland von dem neuen Steuergesetz, das bereits am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist: Die selbstgemachte Steuererklärung für 2018 muss erst bis 31. Juli 2019 abgegeben werden. Die Deadline verschiebt sich damit um zwei Monate nach hinten. Wer seine Steuererklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerverein erstellen lässt, hat ebenfalls mehr Zeit: Die Deadline für die Steuererklärung 2018 ist nun der 29. Februar 2020 (Schaltjahr).  
Großes Aufatmen wird es in Sachen Belege geben: Diese müssen ab 2019 nicht mehr eingereicht werden. Aber Achtung: Das Finanzamt kann Belege nachträglich einfordern, weswegen sie ein Jahr lang aufgehoben werden müssen

 

Neue Einkommensgrenzen

2019 steigen die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze um 1,84 Prozent, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bekannt gab. Damit wird die Inflationsrate von 2018 in den Steuertarif eingepreist. 
So soll der Effekt der kalten Progression ausgeglichen werden. Zu einer kalten Progression kommt es, wenn der Staat die Einkommenssteuersätze nicht an die aktuellen Preissteigerungen (Inflation) anpasst.  

 

Höhere Freibeträge

Die Freibeträge steigen 2019 – zu gleichen Teilen sowohl für Singles wie auch für Verheiratete. Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt für Ledige von 9.000 Euro auf 9.168 Euro, also um 168 Euro. Verheirateten stehen 336 Euro mehr zu: 18.336 Euro statt wie 2018 noch 18.000 Euro. Das bedeutet konkret, dass Arbeitnehmern 2019 etwas mehr Geld bleibt, da Steuern erst über den Freibeträgen fällig werden. 
Auch Eltern mit Kindern dürfen sich über höhere Freibeträge freuen: Der steuerliche Kinderfreibetrag wird 2019 um 192 Euro auf 4.980 Euro erhöht

 

Minijobs: Höherer Mindestlohn bedeutet weniger Stunden

Für Minijobber gibt es 2019 ein Plus von 35 Cent beim Mindestlohn, der damit auf 9,19 Euro pro Stunde steigt. 
Was zunächst gut klingt, wird von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen allerdings als "Fallstrick" bezeichnet, weil ein Geringverdiener weiterhin nur maximal 450 Euro monatlich verdienen darf, um nicht in die Sozialversicherungspflicht zu rutschen. Um das zu vermeiden, muss ab Januar 2019 die Arbeitszeit gegebenenfalls verringert werden.  

 

Jobtickets sind ab 2019 steuerfrei

Der Gesetzgeber will einen steuerlichen Anreiz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schaffen und tut das über steuerfreie Jobtickets. Wer also vom Arbeitgeber kostenlose oder verbilligte Fahrkarten erhält, muss die Kostenersparnis nicht mehr versteuern. Allerdings werden die steuerfreien Leistungen auf die Entfernungspauschale angerechnet.
Wichtig: Das Jobticket ist nur dann steuerfrei, wenn der Arbeitnehmer es zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erhält. 

 

Vorteile für Elektro-Dienstwagen, Hybridfahrzeuge und Dienstfahrräder

Die Privatnutzung eines elektrisch angetriebenen Dienstwagens oder eines Hybridfahrzeugs musste bisher mit einem Prozent des Listenpreises pro Kalendermonat versteuert werden. Dieser Satz sinkt nun auf 0,5 Prozent für alle Fahrzeuge dieser Art, die nach dem 31. Dezember gekauft oder geleast werden. Dieser Steuervorteil gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2021.
Auch, wer sein Dienstfahrrad privat nutzt, profitiert 2019: Der geldwerte Vorteil ist künftig steuerfrei. Das gilt für E-Bikes genauso wie für gewöhnliche Räder und ist wie bei den Dienstwagen bis zum 31. Dezember 2021 befristet. 

 

Ein Recht auf Brückenteilzeit

Neuregelungen greifen auch beim Thema befristete Teilzeit: Der Gesetzgeber hat ab 2019 ein Rückkehrrecht nach befristeter Teilzeit für Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern festgelegt. Die so genannte Brückenteilzeit ermöglicht es Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und nach Absprache wieder voll zurückzukehren. Die Teilzeit ist unabhängig von Gründen wie Kindererziehung oder Weiterbildung und muss mindestens drei Monate im Voraus schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden. 

 

Neue Sachbezugswerte für Arbeitnehmer 

Sachbezüge fallen unter geldwerte Vorteile und unterliegen damit der Steuerpflicht. Wer zum Beispiel von seinem Chef zum Essen eingeladen wird, erhält damit einen steuerpflichtigen Arbeitslohn. Ab 1. Januar 2019 gelten höhere Sachbezugswerte:
Frühstück: 53 Euro monatlich 1,77 Euro kalendertäglich
Mittagessen: 99 Euro monatlich 3,30 Euro kalendertäglich
Abendessen: 99 Euro monatlich 3,30 Euro kalendertäglich

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