Absetzbare Kosten

Steuererklärung-Hacks: Das solltest du unbedingt beachten

Manchmal kommt einem die Steuererklärung wie ein Hexenwerk vor und die Frage liegt nahe: Warum tue ich mir das an? Doch wenn du unsere Steuererklärung-Hacks befolgst, kann sich der Aufwand finanziell mehr als nur lohnen.

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Die Steuererklärung raubt vielen von uns einmal im Jahr die ganzen Nerven. Was man nicht alles angeben muss und Fragen wie: Was hat es mit Werbungskosten und Sonderausgaben auf sich? Gibt es irgendwelche Grundregeln, die beachtet werden müssen und Steuererklärung-Hacks, mit denen ich finanziell etwas rausholen kann? Wir klären auf.

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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Zunächst stellt sich erst einmal die Frage: Muss ich überhaupt eine Steuererklärung abgeben? Denn tatsächlich muss nicht jeder Arbeitnehmer eine abgeben, da die Lohnsteuer direkt vom Gehalt abgezogen wird. Doch trifft einer der folgenden Punkte auf dich zu, bist du verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Du hast …

  • einen Lohnsteuerfreibetrag.

  • eine Lohnersatzleistung.

  • die Steuerklasse 6, die Kombination 3/5 oder 4/4 mit Faktor.

  • eine Abfindung erhalten.

  • Einnahmen, außer dem regulären Gehalt, oberhalb des Grundfreibetrags.

  • einen Ehepartner der eine Einzelveranlagung beantragt.

  • einen Verlustvortrag.

  • für deine Kapitaleinkünfte noch offene Kapitalertrags- und Kirchensteuer.

  • Kurzarbeit geleistet.

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Grundregeln der Steuererklärung

Ob du eine Steuererklärung abgeben musst oder es freiwillig machst, ist egal. Es gibt ein paar Grundregeln der Steuererklärung, die du beachten musst.

Beachte die Abgabefrist! Für 2021 ist es der 31. Oktober 2022, sofern du eine abgeben musst. Ansonsten hast du bei einer freiwilligen Steuererklärung vier Jahre Zeit. Für 2021 ist der Stichtag also der 31.12.2025. Den aktuellen Termin kannst du aber auch bei deinem Finanzamt erfahren. Wichtig: Wenn du bspw. für 2021 eine Steuerklärung abgeben musst und auch noch die vorherigen offen sind, aber freiwillig waren, solltest du diese vor oder mit der Steuererklärung für 2021 einreichen - denn nachträglich kannst du das nicht mehr.

Kleiner Steuererklärung-Hack am Rande: Die Abgabefrist verlängert sich um 7 Monate, wenn du dich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lässt. Über ELSTER lässt sich eine Fristverlängerung beantragen. Wer das vergisst, kann mit einem Verspätungszuschlag belastet werden. Bei ELSTER kannst du dich anmelden, allerdings dauert es bis zu einem Monat, bis die Anmeldung abgeschlossen ist, da du mehrere Briefe mit Codes und Anmeldedaten per Post zugeschickt bekommst. Du kannst deine Steuer auch online bei Anbietern wie Taxfix, Wiso Steuersparbuch, Wiso Steuerweb, Tax und Co. machen, die Schritt für Schritt deine Finanzen abfragen, um den Überblick zu behalten.

Deine Angaben müssen der Wahrheit entsprechen, ansonsten kannst du dich strafbar machen.

Was viele nicht wissen, auch Gewinne müssen versteuert werden! Und zwar nicht nur jene, die den Grundfreibetrag übersteigen. Auf jeden Fall alle, die mit der Arbeit in Verbindung stehen. Zum Beispiel, wenn du an einem Wettbewerb mit Preisgeld teilgenommen hast, an dem nur Leute aus deiner Firma teilnehmen konnten oder es zu einer Ausschüttung von Verwertungsrechten gekommen ist.

Steuererklärungs-Hacks: Diese Kosten kannst du von der Steuer absetzen

Selbst wenn du nicht verpflichtet bist, eine Steuererklärung abzugeben, kann es sich durchaus lohnen. Denn du kannst verschiedene Kosten angeben und damit von deinen bereits gezahlten Steuern Geld zurückzubekommen. Schließlich möchte niemand einfach etwas verschenken. Was du alles von der Steuer absetzen kannst, verraten wir dir.

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Werbungskosten

Hierunter fallen alle Kosten, die dir durch die Arbeit entstehen. Das können neben Fahrtkosten auch Fortbildungskosten sein, aber auch Materialkosten wie beispielsweise für Fachbücher, Möbel und technisches Gerät fürs Homeoffice oder die Homeoffice-Pauschale (5 Euro pro Tag, nicht mehr als 600 Euro). Diese Summe wird allerdings in die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro miteinberechnet. Kommst du nicht über diesen Wert, bringt dir die Homeoffice-Pauschale nichts. Gebe also alles an, wovon du noch die Belege hast, damit du diese bei Bedarf einreichen kannst.

Für deine Fahrtkosten (nur der einfache Fahrtweg zählt, d.h. für jeden Tag nur die einfache Strecke, nicht Hin- und Rückweg) berechnest du 30 Cent pro zurückgelegtem Kilometer. Dabei gilt: Aufrunden verboten! Die Kilometeranzahl muss in jedem Fall auf den ganzen Kilometer abgerundet werden. Bei 2,8 Kilometern einfachem Fahrtweg kannst du nur 2 Kilometer steuerlich absetzen. Dabei zählt normal nicht die tatsächlich gefahrene Strecke, sondern der schnellste Weg, der dir angezeigt wird, wenn du ihn bspw. bei Google Maps eingibst. Der Weg kann also länger sein, wenn er schneller ans Ziel führt. Eine Mindestzeitersparnis gibt es nicht mehr.

Aber in Homeoffice-Zeiten kannst du auch bis zu 20% deiner privaten Handykosten (Neuanschaffung und monatliche Kosten) als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn du dein Smartphone für berufliche Zwecke nutzt. Gleiches gilt fürs private Internet.

Sonderausgaben

Sonderausgaben klingen sehr speziell und hast du sicherlich nicht? Abwarten. Denn hierunter zählt neben der Kirchensteuer auch Vorsorgeaufwendungen, Spenden, Schulgeld und Kinderbetreuungskosten.

Für alles hast du automatisch Belege, weshalb du auch ohne bedenken alle Kosten angeben kannst. Die Kirchensteuer steht schon auf der Lohnsteuerabrechnung drauf. Daneben gilt wegen der Belegpflicht für alle die Spenden: Lass dir immer eine Spendenquittung ausstellen! Ebenfalls absetzbar als Spenden sind Mitgliedsbeiträge für Tier-, Natur- oder Denkmalschutzvereine, zum Beispiel den NABU oder Greenpeace.

Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen

Du bist stolze Besitzerin einer Wohnung oder von einem Haus und es sind einige Reparaturen, Umbauten oder Sonstiges von Handwerkern erledigt worden? Jemand putzt bei dir die Wohnung? Dann kannst du 20 Prozent der Arbeits- sowie Fahrtkosten als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerkosten von der Steuer abgesetzt werden! Das gilt auch für den Fall, dass deine Nachbarin auf deine Katze, den Hund oder sonst ein Haustier aufpasst, wenn du im Urlaub bist. Sachkosten können nicht abgesetzt werden.

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Außergewöhnliche Belastungen

Was sind außergewöhnliche Belastungen? Darunter fallen tatsächlich zahlreiche Kosten, die sich detailliert im EstG Paragraf 33 nachlesen. Für die meisten sind besonders die Krankheitskosten, ein Ausbildungsfreibetrag sowie die Pflegekosten für die Eltern interessant.

Dabei gilt allerdings, dass ein Teil als Eigenbelastung selbst getragen werden muss. Der zumutbare Anteil der Kosten ist von verschiedenen Faktoren wie Einkommen, Beziehungsstatus und Anzahl der Kinder abhängig und kann zwischen ein bis sieben Prozent der Einkünfte betragen.

Tipp vom Finanzamt: Du bist dir nicht sicher, ob die Kosten eine zumutbare oder eine außergewöhnliche Belastung sind? Gebe im Zweifel alle gezahlten, i.d.R. Krankheitskosten, in der Steuererklärung an. Zur Not streicht das Finanzamt einfach die Angaben und sie werden dir nicht angerechnet.

Vorsorgemaßnahmen

Bei den Vorsorgemaßnahmen kannst du unter anderem Versicherungen absetzen, die über die gesetzliche Krankenversicherung hinausgehen.

Das sind zum Beispiel Kosten für private Kranken(zusatz)versicherungen, eine extra Auslands-Krankenversicherung für den Urlaub oder auch deine Haftpflichtversicherung. Allerdings zählen hier auch Dinge die private Altersvorsorge rein, zum Beispiel Riester-Rente oder Rürüp-Rente.

Artikelbild und Social Media: shironosov/iStock