10 Prozent der Fälle tödlichStiche an Mund und Augen: Wanze überträgt Chagas-Krankheit

Eine bestimmte Raubwanzen-Art überträgt die Chagas-Krankheit
Eine bestimmte Raubwanzen-Art überträgt die Chagas-Krankheit
Foto: Istock
Inhalt
  1. Was ist die Chagas-Krankheit?
  2. Wie sehen die Symptome der Chagas-Krankheit aus?
  3. Wie diagnostiziert man die Chagas-Krankheit?
  4. Behandlung der Chagas-Krankheit:
  5. Stiche an Mund und Augen: Bin ich infiziert?

Die Chagas-Krankheit, die von Wanzen übertragen wird, ist relativ unbekannt. In den USA breitet sie sich gerade schnell aus.

Bislang dachte man, dass die Chagas-Krankheit nur in Mittel- und Südeuropa vorkommen würde, doch jetzt sind rund die Hälfte aller Staaten in den USA betroffen. USA-Reisende sollte sich deshalb vor Wanzenbissen in Acht nehmen. Eine Impfung gibt es gegen die Chagas-Krankheit nicht.

 

Was ist die Chagas-Krankheit?

Durch den Stich einer blutsaugenden Raubwanzenart wird ein Erreger auf den Menschen übertragen. Dieser Einzeller heißt Trypanosoma Cruzi. Die Wanzen stechen mit Vorliebe in die dünnen Hautregionen um den Mund und Augen. Meistens passiert das, während man schläft.

Nicht der Stich an sich infiziert mit dem Erreger, sondern der Kot der Wanze während des Stichs. Dieser wird vom Mensch selbst in die Wunde gerieben und so der Erreger verteilt. Infiziert sich eine Schwangere mit dem Erreger kann dieser an den Fötus weitergegeben werden. Auch Muttermilch ist infektiös.

Auch infizierte Bluttransfusionen können die Chagas-Krankheit übertragen. Hier verlängert sich die Inkubationszeit auf 30-40 Tage. Weltweit sind rund sieben bis acht Millionen Menschen mit der Chagas-Krankheit infiziert.

 
 

Wie sehen die Symptome der Chagas-Krankheit aus?

Die Zeit zwischen Biss und Ausbruch der akuten Phase der Krankheit beträgt zwischen fünf und 20 Tagen. Insgesamt verläuft die Krankheit in mehreren Stadien. Nur bei einem Drittel aller Infizierten kommt es zu einer akuten Phase. Zu den Symptomen zählen:

  • Fieber
  • Luftnot
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Lymphknotenschwellung
  • Vergrößerung der Leber und Milz

Besonders bei immunschwachen Menschen wie Kleinkinder oder alten Menschen tritt die akute Phase besonders häufig auf. Hier können auch tödlich endende Komplikationen wie Herzmuskelentzündungen oder Gehirnentzündungen auftreten.

Auf die akute Phase folgt bei rund 30 Prozent aller Infizierten eine chronische Erkrankung. Dabei können die Erreger bis zu 20 Jahre im Körper bleiben und auch immer wieder akute Symptome auslösen.

Zu den Symptomen der chronischen Phase gehören auch:

  • Brustenge und Schmerzen in der Herzgegend
  • Herzrhythmusstörungen
  • Aterienverschluss
  • Herzrasen
  • Erweiterung des Herzens
  • Luftnot
  • Lungenödeme
 

Wie diagnostiziert man die Chagas-Krankheit?

Zunächst wird die Krankengeschichte des Patienten gecheckt: War der Erkrankte in betroffenen Gebieten? Passen die Symptome? Eine eindeutige Diagnose kann allerdings nur mithilfe einer Blutuntersuchung gestellt werden. Dabei wird der Erreger im Blut nachgewiesen. In manchen Fällen ist das nicht möglich. Dann kann geguckt werden, ob Antikörper gegen den Erreger bestehen.

Diese Untersuchungen müssen in speziellen Labors gemacht werden. Hier ist es auch möglich den Erreger gegen andere Infektionskrankheiten wie Typhus und Malaria abzugrenzen.

 

Behandlung der Chagas-Krankheit:

Zwei Medikamente werden zur Behandlung der Krankheit eingesetzt: Antiprotozoika und Nifurtimox. Diese Wirkstoffe bekämpfen einzellige Parasiten. Diese Medikamente wirken allerdings nur in der akuten Phase. In der chronischen Phase sind Medikamente meistens wirkungslos. Deshalb gilt: Je eher die Krankheit behandelt wird, desto besser können Folgeschäden am Herz oder dem Verdauungstrakt verhindert werden.

 

Stiche an Mund und Augen: Bin ich infiziert?

In Deutschland gibt es die Chagas-Krankheit kaum beziehungsweise wird sie von Reisenden aus den USA oder Süd- und Mittelamerika mitgebracht. Vor allem Texas ist betroffen. Da die Krankheit auch durch Blutspenden übertragen werden kann, werden diese auf den Erreger geprüft. Die US-Seuchenschutzbehörde teilte mit, dass einer von rund 27.500 Blutspendern mit dem Virus infiziert ist.

Bei einem Aufenthalt in den USA oder Süd- und Mittelamerika schützt man sich am besten, indem man nicht draußen oder in Lehmhütten oder Zelten schläft. Außerdem helfen Insektensprays eine Infektion zu verhindern.

Generell ist das Wissen über die Krankheit sehr gering. Es gibt wenige Studien und auch Ärzte in betroffenen Gebieten kennen sich meist nicht besonders gut mit der Chagas-Krankheit aus. In Deutschland kann das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Auskunft über die Krankheit geben.

 

Kategorien: