Erschreckende Bilanz!Stiftung Warentest: Jedes vierte Kinderprodukt hat "schwerwiegende Sicher­heits­probleme"!

Stiftung Warentest schlägt Alarm: 79 von 278 getesteten Kinderprodukten weisen schwerwiegende Sicher­heits­probleme auf. Das ist jedes vierte Produkt. 
 

Inhalt
  1. Produkte für Kinder in Deutsch­land besonders unsicher
  2. Die Liste der Gefahren ist lang
  3. Was geschieht jetzt? 

Ende November warnte das Kraftfahrtbundesamt vor zwei Kindersitzen des Herstellers Jiangsu Best Baby Carseat, exakt einen Monat zuvor hatte Stiftung Warentest wegen gefährlicher Borsäure in Spielschleim Alarm geschlagen – die Liste der mangelhaften Kinderprodukte wird von Jahr zu Jahr länger. Und die Negativschlagzeilen reißen nicht ab. In ihrem aktuellen Bericht enthüllt Stiftung Warentest eine erschreckende Bilanz: 79 von 278 getesteten Kinderprodukten weisen schwerwiegende Sicher­heits­probleme auf

 

Produkte für Kinder in Deutsch­land besonders unsicher

Zwei Jahre, 15 Untersuchungen, 278 getestete Kinderprodukte – und das Ergebnis ist katastrophal: Jedes vierte Kinderprodukt weist "schwerwiegende Sicher­heits­probleme" auf und fällt mit der Bewertung "mangelhaft" beim Test durch. Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest, stellte die gesammelten Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2017 und 2018 am 6. Dezember im Beisein von Dr. Katarina Barley, Ministerin der Justiz und für Verbraucher­schutz, vor und fasste die erschreckende Bilanz in einem Satz zusammen: "Produkte für Kinder sind in Deutsch­land besonders unsicher."

 

Die Liste der Gefahren ist lang

Von Kinderhochstühlen, aus denen die Kleinen herausrutschen können, über Kindersitze, die ein stabiles Sitzen unmöglich machen, bis hin zu Schadstoffen in Buggys, Laufrädern und Buntstiften oder verschluckbaren Kleinteilen: Sich einen Überblick über die potentiellen Gefahren in Kinderprodukten zu machen, scheint fast unmöglich. 

Stiftung Warentest hat deswegen ein PDF mit den genauen Auflistungen aller Mängel aus den vergangenen zwei Jahren erstellt, das hier heruntergeladen werden kann.

"Ein besonders großes Ärgernis", kommentiert Hubertus Primus die bittere Bilanz, "denn es ist ohne weiteres möglich, Kinder­produkte herzu­stellen, die unsere Kleinen keinem unnötigen Risiko aussetzen. […] Offen­bar haben die betroffenen Anbieter die Qualitäts­kontrollen vernach­lässigt.
Wie die 'Bild'-Zeitung berichtet, liegt der Prozentsatz von mangelhaften Produkten im Schnitt bei 7 Prozent. Bei Kinderprodukten ist er mit 28 Prozent vier Mal so hoch
"Die Informationen der Stiftung Warentest sind in höchstem Maße unabhängig und glaubwürdig", bewertet Verbraucherschutzministerin Dr. Katarina Barley die durchgeführten Tests. "Das ist gerade bei Kinderspielzeug besonders wichtig."

 

Was geschieht jetzt? 

Die ersten Reaktionen im Netz fallen alle gleich aus: Die Verbraucher glauben nicht daran, dass das erschreckende Ergebnis der Stiftung-Warentest-Untersuchung Konsequenzen haben wird
Primus und Barley sehen neben den Herstellern auch den europäischen Gesetzgeber in der Pflicht, den Status Quo zu verändern. Es müssten neue Anforderungen für Kinderprodukte definiert werden, brachte Primus ein, während Barley betonte: "Viel findet auf der europäischen Ebene statt. Aber guter Stan­dard reicht nicht. Wir müssen dahin kommen, dass auch Produkte bedacht werden, die Kinder in den Mund nehmen."

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