Verhüllen? Nein, danke!Stillen in der Öffentlichkeit: Was wir von dieser Mutter lernen können

Das Stillen in der Öffentlichkeit erregt immer noch Aufsehen. Muss das sein? Wieso uns diese Mutter aus dem Herzen spricht und wie man auf Kritik reagiert.

Stillen ist etwas ganz Natürliches. Du wurdest höchstwahrscheinlich mal gestillt. Ich wurde mal gestillt. Die Natur hat sich schließlich etwas dabei gedacht, Muttermilch zu produzieren. Dass wir so ein normales und seit Beginn der Menschheit existierendes Phänomen überhaupt erklären müssen, nervt. Und doch ist es nötig. Denn ähnlich wie mit der Menstruation (#periodshaming) scheinen sämtlich Reproduktionsmechanismen auf Frauenseite noch immer tabuisiert zu sein. Frauen, die ihre Periode haben, Frauen die in der Öffentlichkeit stillen – daran scheint sich - vornehmlich, aber nicht nur - das andere Geschlecht noch immer zu stören. Ein meiner Meinung nach durchweg absurdes Verhalten, würden sie selbst ohne diese Aspekte schlichtweg nicht existieren. Das mal am Rande.

Nun ist es aber nicht gesund, sich ständig aufzuregen und Spaß macht es auch keinen. Deswegen nehmen wir uns heute eine Frau zum Vorbild, von deren Verhalten wir lernen können. Auf Facebook geht das Bild einer Mutter viral, ein Baby an der Brust. Es wird gestillt. Ihren Kopf erkennt man nicht, er ist in ein Tuch verhüllt. Dadurch möchte sie aber gar nicht unkenntlich gemacht werden. Sie reagiert lediglich so auf Kritik, wie man es tun sollte – mit Humor.

Carol hat das Foto auf Facebook hochgeladen und schreibt dazu: „Der Schwiegertochter eine Freundin wurde geraten, sich während des Stillens ihres Babys zu verhüllen, also tat sie es!“ Nur eben nicht wie erwartet.

Die junge Mutter nimmt die Kritik wörtlich – nur, dass sie ihren Kopf, statt ihre Brust bedeckt. Die liegt frei, ebenso wie das nuckelnde Baby. Sie nimmt die Kritik mit Witz. Und genau diesen Humor braucht es in dieser ewigen Debatte, von der auch Carol genervt ist: „Ich bin SO durch mit Leuten, die Frauen fürs Stillen bloßstellen.“

Danke Carol (und der unbekannten Mutter), wir auch. Und den 136.000 Reaktionen und 39.000 Kommentaren zufolge sind wir damit nicht allein. Darunter übrigens auch Männer: „Wäre ich weiblich und gebeten worden, mich zu bedecken […] würde ich dir Milch ins Auge spritzen, dafür so frech und ignorant zu sein!!“

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