Verbraucher in SorgeStrom so teuer wie nie: Hohe Energiepreise für Privathaushalte in Deutschland

Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur mussten Verbraucher in Privathaushalten für Strom tiefer in die Tasche greifen als jemals zuvor: mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde.
 

Inhalt
  1. Monitoringbericht 2019: Strom wird teurer
  2. Strom als Luxusprodukt: Vergleich mit zurückliegenden Jahren 
  3. Gründe für den steigenden Strompreis
  4. Auch Gas wurde teurer

Strom sollte kein Luxus sein – nicht für Reiche und schon gar nicht für Arme. Der neue Monitoringbericht der Bundesnetzagentur, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beweist allerdings das Gegenteil:

Noch nie war Strom in Deutschland für Verbraucher in Privathaushalten so teuer wie 2019.

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Monitoringbericht 2019: Strom wird teurer

Einmal im Jahr führt die Bundesnetzagentur gemeinsam mit dem Bundeskartellamt ein Monitoring im Bereich Energie durch. Dabei wird eine Datenerhebung bei weit mehr als 1.000 Stromlieferanten durchgeführt – "insbesondere zur Herstellung von Markttransparenz", wie Bundesnetzagentur online schreibt. Dazu werten die Experten die Daten der Marktteilnehmer aus und errechnen daraus einen Durchschnittspreis über alle Vertragsarten.

Eben jene Markttransparenz lässt Verbraucher in Deutschland jetzt aufhören. Der Monitoringbericht 2019 zeigt nämlich, dass Strom für Privathaushalte hierzulande nie teuer gewesen ist. 

Wie die dpa meldet, mussten Verbraucher erstmals im Durchschnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde Strom bezahlen. Am 1. April 2019, dem Stichtag des Monitorings, waren es 30,85 Cent pro Kilowattstunde.

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Strom als Luxusprodukt: Vergleich mit zurückliegenden Jahren 

Fast 3,3 Prozent beträgt der Preisanstieg beim Strom 2019. 

2018 hatte der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde noch bei 29,88 Cent gelegen. Damit war er im Vergleich zum Vorjahr 2017 kaum gestiegen: 29,86 Cent kostete damals eine Kilowattstunde Strom. 
2016 hatten Verbraucher lediglich 29,80 Cent pro Kilowattstunde aufwenden müssen. 

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Gründe für den steigenden Strompreis

Im Monitoringbericht 2019 werden verschiedene Posten genannt, die zu einem Anstieg des Strompreises geführt haben. 

Zu den "Preistreibern beim Strom" gehören demnach die von den Lieferanten beeinflussbaren Kosten. Diese schließen Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne der Versorger mit ein und machen etwa ein Viertel des gesamten Strompreises aus. Hier sei es zu einem Plus von rund 13,6 Prozent (0,91 Cent) auf 7,61 Cent je Kilowattstunde gekommen.

Am meisten aber leidet der Verbraucher in privaten Haushalten unter den gestiegenen Großhandelspreisen: Wird Strom an der Strombörse teurer, wälzen die Lieferanten das auf die Kunden ab. 

Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, kritisierte gegenüber der dpa, dass die Unternehmen dabei zweigeteilt vorgehen: Steigende Großhandelspreise würden zu schnell an die Kunden weitergegeben, fallende zu langsam.
"Bei sinkenden Beschaffungspreisen müssen die Kunden oft jahrelang warten, bis diese Entwicklung auf ihrer Rechnung ankommt. Steigen die Preise, haben sie dagegen schnell Post vom Versorger im Briefkasten oder im Mail-Postfach", so Sieverding. 

Interessant ist: Der Posten Steuern, Abgaben und Umlagen, der rund die Hälfte des Strompreises ausmacht, ist stabil geblieben. Von 15,99 Cent 2018 war lediglich ein minimaler Anstieg auf 16,02 Cent 2019 zu verzeichnen.  

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Auch Gas wurde teurer

Für Heizöl und Gas wird in Zukunft eine CO2-Abgabe fällig – das sieht das von der Bundesregierung vorgestellte Klimapaket vor.

Doch schon jetzt ist Gas teurer geworden: Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde stieg auf 6,34 Cent. Das entspricht einem Plus von fast 4,5 Prozent.

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