Europa-VergleichStrompreise in Deutschland: Darum ist Strom hier so teuer wie nirgendwo anders

Strom in Deutschland ist teuer. Im europäischen Vergleich sind wir sogar Spitzenreiter - aber warum?

Die Strompreise sind in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist unser Haushaltsstrom nirgendwo in Europa so teuer wie in Deutschland. Demnach kostete im ersten Halbjahr 2019 bei einem Jahresverbrauch bis zu 5000 Kilowattstunden der Preis pro Kilowattstunde 30,88 Cent. Daher müsse laut, des Vergleichportals Verivox ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden mit Mehrkosten von durchschnittlich 71 Euro pro Jahr rechnen. In Frankreich beispielsweise sind die Strompreise mehr als 40 Prozent niedriger als hier. 

 

Hier steigen die Strompreise

Die Strompreise steigen auch 2020 an, doch das ist je nach Bundesland verschieden. Nach Angaben von Verivox werden beispielsweise in Berlin und Hamburg keine Erhöhungen erwartet. In Schleswig-Holstein steigen die Preise um bis zu 4,2 Prozent an. In den folgenden Bundesländern um etwa 6,6 Prozent:

  • Saarland
  • Bremen
  • Hessen

In Bayern und Nordrhein-Westfalen sind es etwa 5,5 sowie 6,2 Prozent. Grund für die Erhöhungen ist der Grundversorgungstarif, der meistens am teuersten ist. 

Strompreise in Deutschland: Darum ist es so teuer wie nirgendwo anders in Europa!
Strom ist im europäischen Vergleich in Deutschland am teuersten.
Foto: iStock/westcowboy
 

Darum ist Strom in Deutschland so teuer

Die Stromversorger haben als Grund für die Preiserhöhungen gestiegene Umlagen sowie Netzgebühren angegeben. Die EEG-Umlage (darüber wird der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert) steigt zum Jahreswechsel von 6,405 Cent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Und die macht etwa 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Die Gebühren für Netzentgelte sind ein weiterer großer Kostenpunkt für private Stromverbraucher, da sie 23,5 Prozent der Gesamtrechnung ausmachen. Die Entgelte sind den letzten 10 Jahren um fast 30 Prozent gestiegen

Die Bundesregierung plant ab 2021 eine finanzielle Entlastung für Stromzahler. Dann soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms sukzessive gesenkt werden: So sollen Haushalte 63 Euro im Jahr sparen und 2025 etwa 103 Euro.

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