WissenschaftStudie: Kinder entwickeln schon ab diesem Alter einen Gerechtigkeitssinn

Kinder entwickeln schon im frühen Alter einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, wie eine aktuelle Studie zeigt. 

Inhalt
  1. Studie zum Gerechtigkeitssinn von Kindern
  2. Kinder wissen schon früh, wann etwas gemein ist
  3. Ab diesem Alter entwickeln Kinder einen Gerechtigkeitssinn
  4. Gegenseitigkeit kennen Kinder ab dem Grundschulalter

Kinder empfinden es nicht selten als ungerecht, wenn sie den Lolli an der Kasse nicht bekommen oder früher zu Bett müssen, als ihre älteren Geschwister. Dabei entwickeln sie schon im jungen Alter einen Sinn für Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit.

 

Studie zum Gerechtigkeitssinn von Kindern

Wie eine aktuelle Studie der Ludwig Maximilian Universität (LMU)-Entwicklungspsychologen Monika Wörle und Professor Markus Paulus herausfand, haben Kinder schon in jungen Jahren eine Vorstellung von Gegenseitigkeit ("Reziprozität"). 

„Die Vorstellung von Gegenseitigkeit beziehungsweise Reziprozität ist grundlegend für viele soziale Interaktionen und stabilisiert soziale Beziehungen", erklärt Markus Paulus. Die Ausgangsfrage der Studie sei gewesen: Denken Kinder, das es eine Art Pflicht zur Gegenseitigkeit gibt? 

Studie: Kinder entwickeln schon ab diesem Alter einen Gerechtigkeitssinn
Kinder entwickeln schon im frühen Alter einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit. 
Foto: iStock
 

Kinder wissen schon früh, wann etwas gemein ist

Für die Studie haben die Psychologen das Verhalten von 47 Kindern im Alter von drei bis vier Jahren und 45 Kindern im Alter von fünf bis sechs Jahren untersucht. Ihnen wurden Szenen mithilfe von Puppen vorgespielt, die sich reziprok oder nicht reziprok verhielten. Die Kinder sollten anschließend bewerten, wie die Puppen gehandelt hatten. Die Forscher werteten außerdem ihre spontanen Reaktionen aus. Handelte eine Puppe ihrer Meinung nach ungerecht, riefen sie etwa „Oh, das ist ja gemein!"

 

Ab diesem Alter entwickeln Kinder einen Gerechtigkeitssinn

Tatsächlich haben Kinder schon ziemlich früh ein Gespür dafür, was gerecht und was ungerecht ist. „In unserer Studie finden wir Hinweise darauf, dass jüngere Kinder zwischen drei und vier Jahren ausschließlich eine Norm für Prosozialität (interaktives Handeln zum Wohlergehen eines anderen Menschen, Anm. d. Red.)", erklärt Markus Paulus. "Sie denken, dass es gut ist, großzügig zu sein.

 

Gegenseitigkeit kennen Kinder ab dem Grundschulalter

Ab einem Alter von fünf Jahren entwickeln sich bereits komplexere Gerechtigkeitsvorstellungen, so Paulus. "Fünf- und Sechsjährige beziehen bei ihren Überlegungen bereits eine Norm der Gegenseitigkeit ein." 

So zeigt die Studie also, dass Kinder im Grundschulalter bereits eine Idee des Prinzips "Eine Hand wäscht die andere" oder auch "Tit for Tat", wie es im Englischen heißt. Sprich: Wenn ich dir meine Bauklötze gebe, möchte ich dein Spielzeugauto.

Paulus ergänzt: "Die Kinder finden 'Tit for Tat' gut und gerechtfertigt.

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