GeschlechtskrankheitSyphilis ist wieder auf dem Vormarsch: Symptome, Verlauf und Behandlung der Krankheit

Inhalt
  1. Vor allem Männer sind von Syphilis betroffen
  2. Was genau ist Syphilis eigentlich?
  3. Symptome und Verlauf von Syphilis
  4. Syphilis verläuft in 3 Stadien
  5. So behandelt man Syphilis
  6. Eine SMS soll vor Syphilis warnen

Immer mehr Menschen stecken sich mit der Geschlechtskrankheit Syphilis an - vor allem, weil nicht darüber geredet wird. Wir erklären Symptome, Verlauf und Heilungungschancen.

Lange Zeit dachte man, diese Geschlechtskrankheit sei in Deutschland verschwunden. Doch seit einiger Zeit ist sie wieder da: Syphilis. Die Zahl der Fälle nimmt wieder zu, insbesondere in Berlin und in der Schwulen-Szene.

Wie eine Statistik des Portals Statista.de zeigt, ist die Zahl der Syphilis-Erkrankungen von 6.703 (2015) auf 7.178 (2016) gestiegen. Das Problem: In Deutschland wird das Thema immer noch tabuisiert, Betroffene reden nicht darüber mit weiteren Geschlechtspartnern oder merken erst gar nicht, dass sie krank sind. Die Krankheit beginnt nämlich meistens nur mit einem Ausschlag im Mundbereich (siehe Symptome). 

 

Vor allem Männer sind von Syphilis betroffen

Aber nicht nur in Großstädten steigt die Zahl der Betroffenen. Auch im Umland werden immer mehr Fälle gemeldet. "Wir vermuten, dass es für Männer leichter geworden ist, durch das Internet beispielsweise, andere Männer kennenzulernen", sagt Viviane Bremer, Expertin für sexuell übertragbare Infektionen am Robert-Koch-Institut (RKI). Männer sind häufiger betroffen, als Frauen. Während es bei ihnen im Jahr 2015 nur 6,2 Prozent Erkrankungen gab, steckten sich etwa 85 Prozent der Männer laut RKI bei sexuellem Kontakt mit Männern an.

Die Krankheit ist gesetzlich meldepflichtig, dabei kann der Betroffene aber anonym bleiben. Frauen haben eher ein Problem damit, offen mit der Krankheit umzugehen, als Männer. Sie haben laut Experten Angst vor gesellschaftlichen Stigmata und fürchten um ihren Ruf.

 

Was genau ist Syphilis eigentlich?

Sypilis wird auch als Lues (venerea), harter Schanker oder Franzosenkrankheit bezeichnet. Die weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöst. Dabei handelt es sich um ein spiral- bzw. schraubenförmiges Stäbchenbakterium aus der Familie der sogenannten Spirochäten (Schraubenbakterien):

Syphilis
So sieht das Bakterium Treponema pallidum aus, das Syphilis auslöst.
Foto: iStock

Häufig wird die Krankheit durch Geschlechtsverkehr ohne Kondom ausgelöst. Deshalb zählt Syphilis zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs: sexually transmitted diseases).

Früher konnte die Krankheit bis zum Tod führen (siehe Video oben), heute verläuft sie eher chronisch.

 

Symptome und Verlauf von Syphilis

Syphilis ist deshalb so gefährlich, weil sie zunächst keine Symptome verursacht. Sie wird über Bakterien beim Sex übertragen. Durch die bei der Krankheit entstehenden Geschwülste tritt Flüssigkeit aus, die den gesunden Sexpartner infiziert. Diese Geschwülste können im Intimbereich oder im Mund- und Rachenraum oder Enddarm auftreten. Selten auch an der Wange oder den Fingern.

Mit einem Kondom kannst du dich schützen. Das solltest du auch schon während des Vorspiels einbinden. Außerdem sollte man ungewöhnliche Geschwülste nicht berühren. Wer das Ansteckungsrisiko noch verringern möchte, der sollte auch beim Oralsex Kondome verwenden.

 

Syphilis verläuft in 3 Stadien

Nach bis zu zwei bis drei Wochen bildet sich dort, wo man mit den Bakterien in Kontakt gekommen ist (also meist im Genital- oder Mundbereich), ein Geschwür. Das tut meistens nicht weh und ist etwa münzgroß. Es sondert eine hoch ansteckende Flüssigkeit ab. Das Geschwür befindet sich meistens an Eichel, Vorhaut, den Schamlippen, Mund oder Enddarm.

Im 2. Stadium bekommt der Betroffene Symptome wie bei einer Grippe (Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen) und die Lymphknoten schwellen an. An Händen und Füßen kann ein Hautausschlag entstehen. Auch die Schleimhäute können von einem warzenähnlichen Ausschlag befallen sein. Die Symptome werden mit der Zeit schwächer.

Das 3. Stadium äußert sich durch gummiartige verhärtete Knoten. Beim Aufbrechen zerstören sie umliegendes Gewebe. Das kann lebensbedrohliche Folgen haben. Starke Symptome sind Taubheit, Sehstörungen oder Lähmungen. In diesem Fall hat die Syphilis bereits auf das Nervensystem übergegriffen. Auch psychische Veränderungen und Demenz können auftreten.

 

So behandelt man Syphilis

Syphilis heilt selten von alleine. Die Symptome verschwinden nach einiger Zeit wieder, aber die Infektion bleibt weiter bestehen. Nach Jahrzehnten kann das dann zur Neurosyphilis führen. Diese zerstört das zentrale Nervensystem.

Syphilis wird mit Penicillin behandelt. Auch in fortgeschrittenem Stadium kann die Krankheit noch geheilt werden. Bereits entstandene Schäden an Organen oder Nerven können allerdings nicht rückgängig gemacht werden.

 

Eine SMS soll vor Syphilis warnen

Patienten des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin "Walk in Ruhr" in Bochum können ab jetzt SMS oder E-Mail absetzen, die einen Geschlechtspartner warnen. In der Nachricht steht folgender Text: "Ein/e Freund_in von Ihnen hat eine Syphilisinfektion und möchte, dass Sie sich testen und behandeln lassen." Andere Formulierungen sind als Vorlage ebenso nutzbar. Die Nachricht ist natürlich streng vertraulich und anonym. So sollen mögliche Erkrankungen erkannt und behandelt werden. Das Angebot soll es bald deutschlandweit geben.

Geschlechtskrankheit: Mit einer SMS kann man jetzt vor Syphilis warnen
Geschlechtskrankheit: Mit einer SMS kann man jetzt vor Syphilis warnen
Foto: iStock

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kündigte zudem an, Jugendliche für das Thema Syphilis zu sensibilisieren. In Schulen sollen bundesweit Vorträge von Ärzten gehalten werden, die über die Geschlechtskrankheit aufklären.

Falls du dir nicht sicher bist, ob du dich mit Syphilis angesteckt hast, dann kontaktiere deinen Arzt. Der kann dir schnell und zuverlässig helfen!

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