Illegaler Tauschhandel"Taxi-Queens" in Südafrika: Taxi-Fahrer vergehen sich an jungen Mädchen

Trauriges Tauschgeschäft: In Südafrika nutzen Taxi-Fahrer arme Mädchen aus. Damit diese nichts für die Fahrt zur Schule zahlen müssen, verlangen die Männer Sex von den Minderjährigen. 

In Südafrika stecken sich jeden Tag bis zu 300 Frauen im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren mit HIV an. Etwa 15 Prozent der Mädchen werden laut Statistik unter 19 Jahren bereits Mutter, teilweise haben sie sogar mehr als ein Kind.

Eine der traurigen Gründe ist das Phänomen der sogenannten "Taxi Queens". Der makabere Begriff beschreibt sexuelle Gewalt an jungen Mädchen in Südafrika. Fahrer zwischen 20 und 30 Jahren lassen die jungen, meist aus armen Verhältnissen stammenden Mädchen, in ihre Mini-Vans einsteigen, um sie zur Schule zu fahren oder abzuholen. Eine von ihnen wird zur "Taxi-Queen" gekürt und darf vorne sitzen. Im Gegenzug verlangen die Fahrer Oralsex oder Sex. Neben einer Gratisfahrt locken die Männer die Mädchen mit Geschenken oder Geld - und vergehen sich dann an ihnen. Oft sind auch Drogen wie Crystal Meth im Spiel. Die Männer machen die Kinder abhängig, um sie gefügiger zu machen. 

 

Taxi-Queens: "Die Mädchen wehren sich oft nicht gegen den Sex"

Die oft Minderjährigen wehren sich nicht immer. "Sie sind auf das Geld der Fahrer angewiesen. Deswegen wehren sich die Mädchen oft nicht gegen den Sex", sagt Elisabeth Mokoena, Sozialarbeiterin und Leiterin der psychotherapeutischen Kinderklinik in Alexandra, gegenüber der dpa. "Wenn der Taxi-Fahrer Sex einfordert, machen die Mädchen mit", ergänzt der Direktor der Kinderrechtsstiftung Molo Songololo, Patrik Solomons. "Selbst wenn die Fahrer sehr gewalttätig sind, beschweren sich die Mädchen nicht." Pro Tag gibt es laut Polizeistatistik etwa 110 Vergewaltigungen in Südafrika. 

 

"Taxi-Queens" werden schon mit 10 Jahren vergewaltigt

Forscherin Anna Strebel von der Universität Kapstadt sagt: "Das Ganze geht los, wenn die Mädchen zehn sind." Vor einigen Monaten wurde eine sechsjährige Schülerin von einem Fahrer in einem Hinterhof vergewaltigt. Der Mann "hat ihre Kleider zerrissen und sie brutal vergewaltigt", so die Mutter des Mädchens. Sie ging mit ihr in eine Klinik und erstattete Anzeige bei der Polizei. 

Das ist leider ein seltener Fall, denn oft dulden Eltern die Vergewaltigungen ihrer Töchter, weil sie Angst vor den Fahrern haben oder aufgrund der Armut das Geld für die Taxifahrt sparen wollen. In Südafrika leben 55 Prozent der Menschen in Armut. 

Unicef-Expertin Mayke Huijbregts fordert: "Um die Mädchen zu beschützen, muss mehr in ihre Bildung und die Stärkung ihrer Rechte investiert werden",

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