DiscounterTedi, Euroshop und Co.: ZDF deckt Missstände bei Billig-Discountern auf

„ZDFzoom“ wirft einen Blick hinter die Kulissen der Billigdiscounter Tedi, Euroshop und Co. und deckt große Missstände auf. Denn den Preis für die Schnäppchen zahlen die Mitarbeiter.

Die Folge „Tedi und Co. – Die dunkle Seite der Billigshops“ der Doku-Reihe „ZDFzoom“ widmet sich der Welt der Non-Food-Discounter. Im Sortiment haben Billig-Ketten wie Tedi, Action und Euroshop oft mehr als 4000 Produkte. Von Kinderspielzeug bis hin zu Küchengeräten ist alles dabei. Wenn man etwas sucht, findet man es hier. „Das beruht auf Massenproduktion. Das ist das Discounterprinzip – kleine Preise, große Menge. Sonst kann man damit kein Geld verdienen“, erklärt Joachim Hurth, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ostfalia, gegenüber „ZDFzoom“.

 

Masse statt Klasse

Ohne eine hohe Absatzmenge in einem großen Filialnetz funktioniert nichts. Allein Tedi soll laut den ZDF-Recherchen im Schnitt pro Woche drei neue Läden in Deutschland eröffnen. So betreibt der Billigdiscounter deutschlandweit bereits 1800 Filialen, 5000 sollen es in Europa noch werden. Damit ist Tedi Marktführer. Die Konkurrenten Action und Euroshop kommen zusammen auf etwa 500 Läden in Deutschland.

Die Produkte werden entweder als Rest- und Sonderposten bei Herstellern eingekauft oder direkt aus China importiert. In Zusammenarbeit mit dem Bremer Umweltinstitut kann „ZDFzoom“ in diesen importierten Waren gesundheitsschädliche Stoffe nachweisen, welche sie eigentlich nichtverkehrsfähig machen.

 

Arbeiten am Limit

Für Tedi arbeiten rund 16000 Angestellte. Pro Geschäft sind meist nur drei Mitarbeiter gleichzeitig im Einsatz, die sich um Kunden, Ware und den Laden kümmern. Ein Arbeitstag kann für einen Tedi-Mitarbeiter daher bis zu 14 Stunden andauern. Die Überstunden werden laut Verträgen, die „ZDFzoom“ vorliegen, nicht bezahlt. Auch die Gehälter liegen nur knapp über dem Mindestlohn und passen sich nicht dem Tarifvertrag im Einzelhandel an. Die Lagerarbeiter in den Verteilungszentren werden über Subunternehmer angestellt und müssen teilweise unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten. Tedi weist jedoch jede Verantwortung von sich.

„ZDFzoom“ läuft immer mittwochs um 22.45 Uhr im ZDF.

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