Markt-TestTee mit Pflanzengift verseucht: Mehrere Marken betroffen

Das Verbrauchermagazin Markt hat Kräutertees untersucht – mit erschreckendem Ergebnis: Namenhafte Tee-Sorten sind mit Pflanzengift belastet. Das kann schon in kleinen Mengen Krebs erzeugen.

Tee ist gesund. So lässt sich die allgemeine Auffassung der Gesellschaft beschreiben. Tatsächlich können Kräuter der Gesundheit vielerlei Gutes tun, allerdings nicht, wenn diese mit Pflanzengift belastet sind. Dann wird Tee vom Gesundwunder plötzlich zum Krebserzeuger – eine stumme Gefahr, die der NDR in einer Laboranalyse enthüllt hat.

Das Verbrauchermagazin Markt hat insgesamt 13 Proben Tee im Labor untersuchen lassen. Getestet wurden Kamillen- und Kräutertees von Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Alnatura, Meßmer und Teekanne.

In sechs Proben wurden Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachgewiesen, ein Pflanzengift, das Krebs und Leberschäden verursachen kann. Gegenüber des NDR schätzt der Toxikologe Maser die Gefahr als real ein: „Es besteht die Möglichkeit, dass geringste Mengen ausreichen, um Krebs zu verursachen.“  Denn der Grenzwert für die empfohlene Höchstmenge an PA wäre bereits mit einer großen Tasse Tee erreicht.

 

Wie kommt das Pflanzengift in den Tee?

Ausnahmsweise handelt sich bei dem Stoff nicht um ein von menschlicher Hand zugesetztes Gift, wie es bei Pestiziden der Fall ist. Pyrrolizidinalkaloide sind Giftstoffe, die in Unkraut enthalten sind und somit bei der Ernte in die Kräutermischung gelangen können.

Das Problem ist schon seit Längerem bekannt – das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher, Kindern und Schwangeren nicht ausschließlich Tee zu trinken zu geben. Kräutertee sollte generell nicht regelmäßig über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen getrunken werden.

 

Welche Tees sind besonders giftig?

Pyrrolizidinalkaloide konnten in sechs Produkten nachgewiesen werden. Bei diesen Teesorten wird besonders vor deutlich erhöhten Werten gewarnt:

  • Kamillentee von Teekanne
  • Kamillentee von Ja! von Rewe
  • Kräutertee von Teekanne
  • Kräutertee von Meßmer

Auf Nachfrage von Markt gab das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an, an einer Richtlinie mit entsprechenden Grenzwerten für PA zu arbeiten – das könne allerdings noch dauern.

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