Studie zum FrauengesundheitstagTeure Tampons, besteuerte Verhütung: Wieso Frauen ihre Weiblichkeit in Deutschland teuer bezahlen

Inhalt
  1. Tampons sind nach Steuerrecht noch immer Luxusgut
  2. Pillensteuer – die Anti-Baby-Pille könnte viel günstiger sein
  3. Was kann Frau selbst gegen die hohen Steuern tun?

Die Anti-Baby-Pille, Tampons, Slipeinlagen – schnell summieren sich die Kosten für die weibliche Sexualität im Laufe eines Monats. Eine Studie enthüllt: In Deutschland zahlen Frauen europaweit am meisten! Wie kommt das?

Am 28. Mai finden zum 31. Mal der Frauengesundheitstag statt. Das Telemedizinportal Fernarzt.com hat sich diesen zum Anlass genommen, mal einen Blick auf die Lebensbedingungen von Frauen in der EU zu werfen. Schwerpunkt lag dabei auf der staatlichen Förderung und Besteuerung von Tampons und Co., aber auch der Anti-Baby-Pille. Was kompliziert klingt, ist es eigentlich gar nicht – dafür aber definitiv eine nähere Betrachtung wert. Denn das Ergebnis überrascht: Im EU-Vergleich schneidet Deutschland für Frauen nämlich gar nicht gut ab.

Für ihre sexuelle Gesundheit muss Frau in Deutschland teuer bezahlen. Das bekommt man im Alltag bereits beim Tampon- oder Anti-Baby-Pillen-Kauf zu spüren. Fünf Euro hier, 36 Euro da – die Kosten summieren sich, fallen vielen Frauen aber gar nicht mehr auf. Schließlich handelt es sich dabei um schlichte Bedarfsgegenstände. Oder?

 

Tampons sind nach Steuerrecht noch immer Luxusgut

Dass Deutschland im EU-Vergleich negativ auffällt, liegt vor allen an den Steuern, die Frau für Damenhygiene-Artikel oder Verhütungsmittel eben zahlen muss. Die Tampon-Steuer ist unter Feministinnen schon länger ein Diskussionsthema, geht tatsächlich aber alle Frauen etwas an. Zwei Damen haben mittlerweile bereits eine Petition gestartet, um die Steuersätze zu senken. In Deutschland gelten Damenhygiene-Artikel nämlich steuerrechtlich noch immer als Luxusgut und werden damit mit 19 Prozent besteuert. Was absurd klingt, ist tatsächlich so im Gesetz verankert. Hier findest du alle Infos dazu. Doch auch bei Verhütungsmitteln leidet das weibliche Portemonnaie.

Übrigens zahlen Frauen bei vielen Produkten immer noch mehr als Männer: Gender-Pricing: Diese Produkte und Dienstleistungen sind für Frauen teurer als für Männer

 

Pillensteuer – die Anti-Baby-Pille könnte viel günstiger sein

Hier wird es etwas trocken, doch es lohnt sich, mal einen Blick auf das EU-Steuerrecht zu werfen. Die Mehrwertsteuer kann für Dinge des alltäglichen Bedarfs, beispielsweise Lebensmittel, von 19 auf 7 Prozent reduziert werden. Rechtlich würden verschreibungspflichtige Medikamente in diese Kategorie fallen, in Deutschland wird die Anti-Baby-Pille jedoch noch immer mit 19 Prozent besteuert. Frauen zahlen also knapp ein Fünftel des Preises oben drauf – obwohl sie das Verhütungsmittel ab einem Alter von 20 Jahren ohnehin privat bezahlen müssen. In Estland, Griechenland, Irland, Spanien und Großbritannien existiert eine solche Altersgrenze übrigens nicht. Die Anti-Baby-Pille ist dort kostenlos.

Ein befreites Sexualleben hat für Frauen in Deutschland also seinen Preis. Übrigens ist das Land damit in der EU fast alleine – nur Bulgarien besteuert die Anti-Baby-Pille ebenfalls noch mit 19 Prozent.

 

Was kann Frau selbst gegen die hohen Steuern tun?

Das Problem ist: Vielen Frauen ist gar nicht bewusst, dass sie in anderen EU-Ländern sogar weniger für Verhütungs- und Hygiene-Produkte zahlen würden. Es muss ein Umdenken stattfinden. Petitionen wie diese sind der erste Schritt dorthin. In Großbritannien war der Protest aus der Bevölkerung übrigens bereits erfolgreich. Die Tampon-Steuer wurde nach einer Petition von über 300.000 Menschen abgeschafft.

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