Auch KiK, Primark und Lidl dabeiTextilbündnis sorgt für bessere Bedingungen in Fabriken - Doch es droht eine Gefahr!

Können wir eigentlich noch guten Gewissens günstige Kleidung kaufen? Oft wird von gewaltigen Missständen in Textilfabriken, Hungerlöhnen und Kinderarbeit berichtet.

Textilbündnis sorgt für bessere Bedingungen in Fabriken und könnte jetzt scheitern
Foto: iStock

Viele Menschen zahlen einen hohen Preis dafür, dass wir Jeans für zehn und ein modisches Shirt für 15 Euro kaufen können.

Doch es gibt ein Bündnis, das sich seit 2014 für die Menschen in den Textilfabriken und nachhaltige Mode stark macht.

Das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ will die Zustände verbessern: Flächendeckend und langfristig.

"Wir leben hier im Wohlstand auf dem Rücken dieser Menschen, und das müssen wir ändern", erklärt Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller von der CSU.

Marken wie Hugo Boss, Adidas und Gerry Weber sind dabei, aber auch die, deren günstige Textilien es vielleicht nicht vermuten lassen: KiK, C&A, Lidl, Primark, Orsay. Insgesamt 145 Firmen gehören dem Textilbündnis an. Das sind dennoch erst 50 Prozent der Textilfirmen, die in Deutschland verkaufen.

Alle müssen sich mit dem freiwilligen Beitritt bestimmten Standards verschreiben. Löhne, Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen: Die Unternehmen bestimmen vorerst selbst, was sie verbessern wollen. Sie sollten es nur dokumentieren und veröffentlichen.

 

Doch das Bündnis droht zu scheitern.

Was bisher freiwillig war, wird ab 2018 Pflicht. Diese Transparenz ist für viele Firmen nicht tragbar. 30 Unternehmen haben bereits mit dem Ausstieg gedroht, unter anderem Real.

Politiker wie Renate Künast wundert das nicht. Sie fordern eine gesetzliche Vorgabe der EU, die für mehr Transparenz sorgt.

Denn 80 Prozent der deutschen Bevölkerung ist nach einer Verbraucherumfrage wichtig, unter welchen Umständen ihre Kleidung hergestellt wurde.

 

 
Kategorien: