Krebserregend?Titandioxid: Frankreich verbietet umstrittenen Zusatzstoff in Lebensmitteln

Titandioxid wird ab 2020 in Frankreich verboten sein. Der Grund: Es ist nicht klar, ob der umstrittene Zusatzstoff E171, der in Süßigkeiten und Käse zu finden ist, krebserregend ist oder nicht.

Das Umwelt- und Wirtschaftsministerium in Frankreich kündigte an das in Lebensmitteln, Farbe und Zahnpasta vorkommende Titandioxid ab dem 1. Januar 2020 zu verbieten. Denn bisher ist unklar, ob der Stoff der menschlichen Gesundheit schadet.

Der Zusatzstoff E171 wird benutzt, um bei Produkten eine glänzende Oberfläche zu erzeugen. Beliebt ist der Einsatz von Titandioxid bei Mozzarella, Bonbons, Zahnpasta sowie als Weißmacher in Lacken und Farben. Nach Angaben des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde wird Titandioxid, das aus kleinen Teilchen (Nanopartikeln) besteht, auch in Deutschland benutzt. 

Titandioxid: Frankreich verbietet umstrittenen Zusatzstoff in Lebensmitteln
Titandioxid wird u.a in Süßigkeiten verwendet, um deren Oberfläche glänzend zu machen. Frankreich verbietet den umstrittenen Zusatzstoff ab 2020.
Foto: iStock
 

Titandioxid: Ist der Zusatzstoff in Lebensmitteln krebserregend?

Wie die ,Welt' berichtet, eliminiert Frankreich Titandioxid als Sicherheitsmaßnahme, weil nicht ganz klar ist, ob der Stoff krebserregend ist.

Französische Forscher hatten 2017 bei Ratten festgestellt, dass E171 Entzündungen und eine Schwächung des Immunsystems hervorrufen kann. Jedoch sind die Auswirkungen nicht direkt auf den Menschen übertragbar. Die European Food Safety Authority (EFSA) kam 2016 zur Entscheidung, das - nach den bis dahin verfügbaren Daten - keine Hinweise auf einen gesundheitlichen Schaden vorliegen. Der Ausschuss für Risikobeurteilung der Europäischen Chemikalienagentur Echa konterte 2017, dass das Einatmen von Titandioxid (durch Sprühsonnencreme oder Sprühlack) die Kriterien für krebserregende Stoffe erfüllt

Daraufhin hat laut ,Spiegel'-Informationen die EU-Kommission überlegt, Titandioxid als Gefahrenstoff einzustufen und mit dem Warnhinweis "möglicherweise krebserregend" zu kennzeichnen. Ein Gegner ist die europäische Chemieindustrie: Sie zweifelt an den wissenschaftlichen Studien.

Ob ein Verbot von Titandioxid auch bald in Deutschland gelten könnte, ist bisher unklar. Das Bundesagrarministerium gab an den Vorstoß Frankreichs zu überprüfen.

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