WetterTornado, Gewitter, Stürme: Unwetter in Deutschland forderte zwei Tote

Das jüngste Unwetter in Deutschland forderte zwei Menschenleben. Erdrutsche, Blitzeinschläge und sogar Tornados wurden gesichtet. Und das am heißesten Tag des Jahres.

Am Donnerstag zogen heftige Stürme über Deutschland hinweg. Je mehr sich der Tag dem Ende zuneigte, desto heftiger wurden vielerorts die Wetterphänomene. Ob Erdrutsche, Blitzeinschläge oder gar Tornados - ein Unwetter wie gestern bekommt Deutschland nur selten zu Gesicht. Gleichzeitig war gestern der (bisher) heißeste Tag des Jahres: In Andernach (Rheinland-Pfalz) wurden 37,1 Grad gemessen, in Köln (Nordrhein-Westfalen) satte 37 Grad.

Betroffen von dem Unwetter-Chaos waren so ziemlich alle Regionen Deutschlands. In Thüringen schlugen Blitze in drei Wohngebäude ein. Auch ein Erdrutsch wurde hier gemeldet, Landstraßen daraufhin gesperrt. Dächer und Stromleitungen wurden vielerorts beschädigt.

Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt kam es am Donnerstagnachmittag zu zahlreichen Unwetterschäden. Allein die Polizei in Magdeburg musste rund 450 Mal wegen des Unwetters ausrücken.

 

Unwetter forderte zwei Tote in Niedersachsen

In Niedersachsen fielen dem Sturm gleich zwei Menschen zum Opfer. Ein 50-jähriger Mann wurde bei Uelzen von einem umstürzenden Baum erschlagen - er saß am Steuer seines Autos. Die Beifahrerin, seine Frau, wurde nur leicht verletzt. Im Kreis Gifhorn musste eine 83-jährige Frau ihr Leben lassen, als sie mit ihrem Auto über eine Bundesstraße fuhr und die Dachpartie ihres Autos von einem umstürzenden Baum eingedrückt wurde.

In Hessen schlug ein Blitz in einen Schornstein ein - die 67-jährige Bewohnerin wurde von daraufhin herabfallenden Trümmerteilen getroffen und leicht verletzt. In der hessischen Stadt Gießen musste die Polizei insgesamt 95 Mal wegen Unwetterschäden und Unfällen ausrücken.

In Brandenburg sorgte das Unwetter für zahlreiche Verkehrsunfälle, entwurzelte Bäume und verwehte Dächer. In Berlin wurde ein Radfahrer von einem umstürzenden Baum eingeklemmt und verletzt. Hinzu kommen vollgelaufene Keller und in einigen Straßen bis zu 50 Zentimeter hoher Wasserstand.

 

Bahn-, Flug- und Straßenverkehr kam zum erliegen

In ganz Deutschland wurden wegen der Unwetterschäden vereinzelt Straßen gesperrt. Auch viele Bahnstrecken wurden gesperrt. So mussten am Bremer Hauptbahnhof über 800 Menschen versorgt und in umliegenden Hotels untergebracht werden. In Bremen wurden - wie auch in Hamburg, Hannover und Kassel - Schlafwagen in Zügen als Notunterkünfte bereitgestellt.

Auch heute noch sind zahlreiche Bahnstrecken gesperrt. Vor allem Fernverkehrstrecken, wie etwa zwischen Berlin und Düsseldorf (bzw. Köln) oder zwischen Hamburg und Hannover, ist wegen Unwetterschäden gesperrt. Grund dafür sind u.a. Oberleitungsschäden. Viele Züge werden umgeleitet. Auch der Regionalverkehr ist vielerorts betroffen. Wer heute die Bahn nutzen möchte oder muss, sollte weiterhin mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Zudem sind viele Flüge an den Flughäfen ausgefallen. In vielen Fällen kam es zu verspäteten Landungen und Abflügen. Ab heute sollen die Flugzeuge wieder planmäßig abheben und landen. Reisende sollten sich sicherheitshalber nochmal über ihre Flugstati informieren.

Auf vielbefahrenen Autobahnen - wie z.B. der A7 zwischen Hamburg und Hannover und der A1 zwischen Hamburg und Bremen - lauerten viele Gefahren durch umgestürzte Bäume.

 

Veranstaltungen wurden unterbrochen

Auch Besucher von Konzerten und Festivals mussten gestern mit Einschränkungen rechnen. So wurden rund 70.000 Zuschauer eines Open-Air-Konzerts von Guns-N'-Roses in Hannover für etwa eine Stunde vom Platz evakuiert. Ein Konzert in Hamburg von Andreas Gabalier wurde sogar abgesagt und auf den 30. August verschoben - schließlich wurde in Hamburg ein Tornado gesichtet.

Auch Besucher des Hurricame-Festivals in Scheeßel (zwischen Hamburg und Bremen) mussten während des Sturms in ihre Autos flüchten. Der Veranstalter riet Anreisenden, erst am heutigen Freitag zum Festival zu kommen.

In Süddeutschland kam das gestrige Unwetter erst abends an. In einigen Regionen Bayerns stürzten Bäume um, liefen Keller voll, lösten sich Teile von Hausdächern.

 

Wetterdienst warnt vor weiteren Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch heute noch vor Gewittern in Südbayern, südlich der Donau. Starkregen und vereinzelt auch Hagel können das Gebiet für sich erobern. In West-, Nord- und Ostdeutschland haben die Gewitter hingegen ein Ende. Das heißt aber auch: Die Hitze-Periode ist vielerorts vorbei, die Temperaturen fallen heute auf 17 bis 20 Grad.

Nur am Oberrhein und in Baden-Württemberg kann es im äußeren Süden noch bis zu 33 Grad heiß werden. In Mitteldeutschland können es heute noch bis zu 35 Grad werden.

 

Am Wochenende wird es kühler

Am Samstag, dem 24. Juni, schwanken die Temperaturen zwischen 18 / 19 Grad in Köln und Schwerin und bis zu 31 Grad im Süden Baden-Württembergs. In Nordrhein-Westfalen liegen die Temperaturen zwischen 23 und 25 Grad, in Dresden werden es ca. 28 Grad. In Niedersachen, Brandenburg und Berlin bewegen sich die Temperaturen zwischen 23 Grad in Hannover und 24 Grad in Potsdam.

Während es in Nord- und Mitteldeutschland auch morgen noch zu Schauern kommt, klettern die Temperaturen in Bayern auf bis zu 30 Grad bei bewölktem Himmel.

Am Sonntag sinken die Tagestemperaturen in Süddeutschland auf 26 Grad. Im Norden Deutschlands bleiben es etwa 19 Grad, in Mitteldeutschland rund 25 Grad.

(ww7)

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