Schuld an Massenkarambolage

Tour de France: Pappschild-Fan droht Millionen-Klage & Knast

Der Fan, der durch ein selbst gebasteltes Pappschild eine Massenkarambolage bei der Tour de France verursacht hat, wird polizeilich gesucht. Die Organisatoren des Radsport-Events wollen Klage in Millionenhöhe einreichen. 

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Die diesjährige Tour de France eröffnet mit einem Skandal: Ein vermutlich weiblicher Fan hatte während der 1. Etappe aus Unachtsamkeit einen Massenunfall verursacht, bei dem mehrere Radprofis teils schwer verletzt wurden. Die Frau floh vom Unfallort und wird nun von der Polizei in der Bretagne, Frankreich gesucht. Ihr droht mächtig Ärger. 

Pappschild-Fan verursacht Massen-Crash

Es sind dramatische Szenen, die sich am 26. Juni auf der 1. Etappe der aktuellen Tour de France abspielen. Ein offensichtlich gut gelaunter Fan steht am Wegesrand des größten Radsport-Events der Welt und lehnt sich in die Strecke, um sein Pappschild „Allez Opi Omi“ in die Kamera zu halten. Der deutsche Profi Tony Martin an der Spitze des Fahrerfelds kann nicht mehr ausweichen, knallt in das Schild und wird zu Boden gerissen. Die nachfolgenden Sportler fahren in ihn hinein, über ihn drüber, crashen ineinander, bleiben teils schwer verletzt liegen.
„Ich habe gesehen, wie sie mit der Kamera mitgegangen ist. Für mich war kein Platz und keine Reaktionszeit mehr da“, sagt Martin, der mit einigen Prellungen weiterfahren konnte, nach der Etappe.  

Der tragische Massensturz ereignete sich rund 45 Kilometer vor dem Ziel in Landerneau. Über 30 Männer waren in die Massenkarambolage verwickelt, vier Fahrer konnten die Etappe danach nicht beenden. Ein Pappschild zerstörte ihren Traum vom gelben Trikot. 

Die Vogelperspektive zeigt die Wucht des Unfalls: 

Der Gesuchten droht Millionen-Klage & Knast

Den Berichten zufolge soll sich die Unfallverursacherin noch länger am Unfallort aufgehalten, diesen dann aber vor Eintreffen der Polizei verlassen haben. „Wir werden diese Frau verklagen, die sich so schlimm verhalten hat“, erklärte der stellvertretende Renndirektor Pierre-Yves Thouault der Nachrichtenagentur „AFP“. 

Der Zuschauerin drohen erhebliche rechtliche Konsequenzen. Triathlon-Profi Till Schramm hat den Vorfall für den „Express“ aufgearbeitet: „Meiner Einschätzung nach wird der Fan zum einen strafrechtlich belangt wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und zum anderen wegen Unfallflucht. Dies könnte durchaus zu einer Freiheitsstrafe führen, welche zur Bewährung ausgesetzt wird. Darüber hinaus steht es jedem Fahrer und jedem Team frei, zivilrechtliche Klagen anzustreben. Es könnte also eine Klagewelle geben, wenn die Person gefunden wird.“

Dass der entstandene Schaden in die Millionen reicht, hält der Experte für möglich – allein deshalb, dass „jeder gestürzte Profi Anspruch auf Schmerzensgeld“ habe und man bei den Materialschäden pro Rennrad mit ungefähr 15.000 Euro rechnen könne. 

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Polizei sucht Zeugen

Bei ihren Ermittlungen geht die Polizei von zwei Annahmen aus: Der Fan ist eine Frau und könnte aus dem deutschsprachigen Raum stammen. Die Bezeichnungen Opi und Omi, die auf dem Pappschild standen, gibt es nur im Deutschen. Videoaufnahmen des Crashs lassen eine klare Identifikation der Täterin allerdings nicht zu: 

Die Polizei von Landerneau bittet deswegen um Mithilfe und sucht nach Zeugen, die nähere Angaben zum Pappschild-Fan machen können. 

Zweiter Crash beim selben Rennen

Die 1. Etappe der Tour de France steht oft unter keinem guten Stern. Denn in diesem Jahr reihten sich die Dramen einander. 
Nachdem der Pappschild-Fan rund 45 Kilometer vor dem Ziel den ersten Massenunfall verursacht hatte, kam es keine 8 Kilometer vor dem Etappenende zu einer zweiten Massenkarambolage. Dabei verlor ein Fahrer im Feld die Kontrolle über sein Rad. Auch bei diesem Unglück stürzten viele Profis schwer, Marc Soler (Team Movistar) zog sich sogar Knochenbrüche zu. 

Bei der Tour de France 2021 kam es zu dramatischen Stürzen
Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP via Getty Images

Als Sieger der 1. Etappe ging Julian Alaphilippe (Team Deceuninck-QuickStep) hervor. Tony Martin (Team Jumbo-Visma) kam als 176. ins Ziel – ausgebremst durch den Massen-Crash mit dem Pappschild-Fan. 

Foto: ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/AFP via Getty Images

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