Nach 70 JahrenToys "R" Us ist insolvent - 880 US-Filialen müssen schließen

Der US-Spielwarenhändler Toys "R" Us ist pleite und schließt seine über 800 Filialen in den USA. Tausende Arbeitsplätze sind betroffen. Nun ist Gründer Charlie Lazarus gestorben.

Toys "R" Us zählte in den 80er und 90er Jahren zu den erfolgreichsten Spielzeugwarenketten. Jetzt ist die Firma pleite und soll Schulden in Höhe von fünf Milliarden Euro haben. Das Unternehmen beantragte bereits vor einem halben Jahr, kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts, Insolvenz. Ein im Herbst 2017 gelaunchter Online-Shop sollte das Unternehmen wieder nach vorne bringen - doch die Bemühungen waren vergeblich, der Zeitpunkt zu spät. Die Konkurrenz zu Amazon, Walmart und Target war wohl zu groß.  

Bereits am vergangenen Mittwoch sagte der leitende Geschäftsführer David Brandon der Washington Post: "Das ist ein zutiefst trauriger Tag für uns und die Millionen von Kindern und Familien, denen wir in den letzten 70 Jahren gedient haben. Aber wir haben nicht länger die finanzielle Unterstützung, um unser US-Geschäft fortzuführen.“ Man habe sich mit den Gläubigern nicht einigen können.

Jetzt ist auch noch Toys "R" Us-Gründer Charlie Lazarus im Alter von 94 Jahren gestorben. Lazarus eröffnete 1948 ein Geschäft für Kindermöbel, dann folgte Toys "R" Us. Er galt lange Zeit als der größte und erfolgreichste Spielzeugwarenhändler der Welt. "Es gab viele traurige Momente für Toys "R" Us in den vergangenen Wochen", teilte das Unternehmen mit. Doch keiner sei „herzzerreißender als die Nachricht über den Tod unseres geliebten Gründers, Charles Lazarus“.

 

Tausende Toys "R" Us-Mitarbeiter verlieren ihre Jobs - auch in Deutschland?

Mit den Schließungen verlieren tausende Mitarbeiter ihre Jobs. Weltweit betreibt der Spielzeughändler 1600 Geschäfte mit etwa 64.000 Mitarbeitern, allein in den USA schließen alle  Filialen und 33.000 Menschen verlieren ihre Arbeit. In Deutschland arbeiten etwa 1800 Toys "R" Us-Mitarbeiter, verteilt auf 66 Läden. "Die Nachrichten aus den USA verstärken unsere Sorge, dass die Krise der Muttergesellschaft auch Folgen für die deutschen Standorte hat", sagte die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Toys "R" Us Deutschland, Daniela Rogge, der "WirtschaftsWoche". Bisher gebe es aber noch keinerlei Aussagen darüber, ob die Filialen geschlossen oder verkauft werden sollen. 

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