KuhmilchTrockenheit & Hitzestress: Steigt jetzt der Milchpreis?

Die Erträge der Milchbauern geht zurück: Durch die heißen Temperaturen geraten die Kühe in Hitzestress und die Trockenheit der vergangenen Monate sorgt für Ausfälle bei der Futterpflanzenernte. Wird die Milch deswegen teurer?

Die Kühe sind im Hitzestress. Die sommerlichen Temperaturen sind zwar für uns schön, für die Kühe jedoch ist es alles andere als das. Laut der Landwirtschaftskammer erbringen Milchkühe eine enorme Stoffwechselleistung. Wenn die Temperaturen draußen ansteigen, stresst das die Milchkuh und ihre Milchleistung wird verringert. Hinzu kommen Ausfälle bei der Futterpflanzenernte und Flächenknappheit. All das veranlasst viele Molkereien aufzugeben. „Die Erträge der Milchbauern geraten unter Druck“, sagt Hans Stücker, Vorsitzender der Landesvereinigung Milchwirtschaft (LV Milch) in Nordrhein-Westphalen. Für die Landwirte heißt das also: geringere Erträge und höhere Futterkosten. Bedeutet das also auch ein Anstieg des Milchespreises?

Noch sind die Milchmengen am deutschen Markt hoch. Von Januar bis April stieg sie im Bundesgebiet um 3,4 Prozent. In Nordrhein-Westphalen war der Anstieg mit 2,7 Prozent deutlich geringer. Die Zahlen für den Mai und Juni liegen noch nicht vor. Die Milchpreise liegen derzeit mit 33 Cent pro Kilogramm etwa ein Prozent höher als im Vorjahr. Das klingt zwar gut für den Ertrag, dennoch geben viele auf oder stellen auf Bioware um. Denn das lohnt sich.

Auch die Molkerei Söbbeke aus Gronau profitiert, denn die Preise sind höher und die Preisschwankungen nicht so groß, wie bei konventioneller Ware.  „Jeder 10. Bio-Euro, den Kunden ausgeben, wird für Ware aus dem Kühlregal ausgegeben“, sagt Söbbeke-Vertriebsleiter Thomas Dellschau. Söbbeke setzt auf den Bereich Dessert und scheint damit große Erfolge zu erzielen. Die Konkurrenz ist weniger, als bei reiner Trinkmilch und Naturjoghurt. Durch die hohe Nachfrage nach Bio-Milch entsteht jedoch ein Milchüberhang, wodurch die Molkerei Söbbeke einen Aufnahmestopp ausgerufen hat. Biomilch wird zwar weiterhin aus bestehenden Verträgen angenommen werden, neue Verträge werden aber nicht geschlossen.

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