Ärzte fordern LösungÜberfüllte Krankenhäuser: Wird die Notaufnahme bald kostenpflichtig?

Die Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern sind überfüllt. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen schlägt daher Zuzahlungen vor, die von den Patienten getragen werden. Kostet ein Besuch in der Notaufnahme also bald noch mehr Geld?

In deutschen Krankenhäusern ist der Teufel los, vor allem in der Notaufnahme. Immer häufiger suchen Patienten mit leichten Beschwerden die Notaufnahme auf, statt zu einem Hausarzt zu gehen. Dabei fehlt es in den Krankenhäusern an Personal, um all diese Fälle zu versorgen. Ärzte wollen daher den Ansturm jetzt bremsen und sprechen sich für eine Behandlung in der Notaufnahme aus, die mit Zusatzzahlungen verbunden ist, welche nicht die Krankenkasse, sondern der Patient selbst zu tragen hat. Denn oft blockieren diese Patienten die Notaufnahme für die wirklich ernsten Fälle.

Doch das Problem sind nicht nur übervorsichtige Patienten, sondern auch Fachärzte, die Patienten abweisen und sie in die Notaufnahme schicken. Der Wunsch nach einer guten Lösung für alle ist groß.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen machte nun den Vorschlag der kostenpflichtigen Krankenhauseinweisung. In einer vorgelegten Liste mit zehn Verbesserungsvorschlägen heißt es: „Zuzahlungen in den Fällen, in denen Patienten ohne vorherigen Kontakt zum ambulanten System oder ohne Indikation als Notfall die Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufsuchen.“ Wer aber Vorort als Notfall eingestuft wird, erhält sein Geld zurück. Die Patienten würden also in Vorkasse gehen.

Zusätzlich wurde die Idee neuer Notfallpraxen zur Entlastung der Notaufnahme vorgeschlagen. Genau dieses Modell wird aktuell im städtischen Klinikum Frankfurt-Höchst getestet. Dort gibt es nicht nur die Notaufnahme des Krankenhauses, sondern auch einen ärztlichen Bereitschaftsdienst mit eigener Arztpraxis. Ob ein Patient ein Notfall ist oder der Praxis zugewiesen wird, wird am gemeinsamen Empfangstresen entscheiden.

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