FamilienpolitikUnterhalt: Staat zahlt Milliarden für über 700.000 Kinder

Der deutsche Staat muss aktuell Unterhalt für 714.000 Kinder vorstrecken. Grund hierfür ist eine Gesetzesreform aus dem Jahr 2017.

Alleinerziehende bekommen vom Ex-Partner keinen Unterhalt für das Kind. Immer öfter muss Vater Staat in Vorkasse gehen. Die Anzahl betroffener Fälle hat im vergangenen Jahr um fast 75 Prozent zugenommen, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfamilienministeriums berichtete.

Seit der Gesetzesreform im Jahr 2017 muss der Staat immer öfter einspringen und die Unterhaltskosten vorschießen, da der Anspruch ausgeweitet wurde. Zuvor hatten nur Kinder im Alter bis zwölf Jahre für maximal 72 Monate ein Recht auf die staatlichen Vorauszahlungen. Doch mit der Gesetzesänderung gilt der Anspruch ohne Begrenzung und bis zum 18. Lebensjahr. Während also Mitte 2017 noch 414.000 Kinder eingerechnet wurden, stieg nach der Reform die Zahl bereits bis Ende März 2018 auf 714.000 Kinder.

Zudem können viele Ex-Partner den vorausgezahlten Unterhalt nicht an den Staat zurückzahlen, da sie mittellos sind. Nur ein Fünftel der geleisteten Zahlungen hat der Staat bisher zurückerhalten. Somit sorgt der Staat aktuell für den Unterhalt von 714.000 Kindern. Allein 2017 entstanden so Kosten von insgesamt 1,1 Milliarden Euro, die der Steuerzahler zahlen muss.

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