GeburtVerbot von Hausgeburten: Kommt das auch in Deutschland?

Hausgeburten könnten in Deutschland schon bald verboten sein
Hausgeburten könnten in Deutschland schon bald verboten sein
Foto: Istock
Inhalt
  1. Nur zwei Prozent aller Geburten sind Hausgeburten
  2. Politik und Ärzte sind gegen Hausgeburten
  3. Vorbereitung ist das Wichtigste für eine Hausgeburt

In Tschechien wird es Müttern, die eine Hausgeburt wollen, ziemlich schwer gemacht. Aber auch in Deutschland ist es nicht leicht sein Kind Zuhause zu bekommen.

Hausgeburten haben einen schlechten Ruf und stehen immer wieder vor dem Aus. Es droht ihnen das gesetzliche Verbot. Das ist in vielen Ländern auf der Welt der Fall. Nicht nur in Tschechien, sondern auch Australien oder in vielen US-Bundesstaaten sind Hausgeburten zwar nicht illegal, aber nicht erwünscht und dadurch kaum zu organisieren. Denn wie auch der Europäische Gerichtshof im vergangenen Jahr urteilte: Hausgeburten sind kein Grundrecht.

 

Nur zwei Prozent aller Geburten sind Hausgeburten

Auch in Deutschland wird nur eine kleine Zahl von Kindern in den eigenen vier Wänden geboren. Viele Hebammen kritisieren das, denn die meisten Frauen sind bei Hausgeburten wesentlich entspannter. Das heißt, es kommen weniger Schmerzmittel zum Einsatz und auch die Einflussnahme durch Saugglocke und Zange ist geringer.

In einer Schweizer Studie aus dem Jahr 1993 wurden 489 Frauen mit einer geplanten Hausgeburt und 385 Frauen mit einer Klinikgeburt untersucht. Von den Frauen, die ihr Kind zuhause bekamen, hatten nur rund 9 Prozent Dammverletzungen. In der Klinik waren es 38 Prozent.

 
 

Politik und Ärzte sind gegen Hausgeburten

Dennoch - und das sollte natürlich nicht verschwiegen werden - sobald Komplikationen auftreten, ist bei einer Hausgeburt sofortiges Handeln gefragt. Der Weg in eine Klinik dauert immer länger, als wenn sich die Mutter bereits im Krankenhaus befindet. Und genau das alarmiert auch immer wieder die Politik. Um unnötige Risiken für Mutter und Kind zu vermeiden, wird deshalb immer wieder über ein generelles Verbot von Hausgeburten diskutiert. Beschlossen wurde dieses allerdings noch nicht.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sagt, dass größtmögliche Sicherheit für Mütter und Kindern nur in einer Klinik gegeben ist.

Das größte Problem - falls Interesse an einer Hausgeburt besteht - ist es eine Hebamme zu finden. Denn deren Haftpflichtprämien für Hausgeburten sind so hoch, dass von den rund 20.000 tätigen Hebammen in Deutschland nur noch rund 500 die Betreuung von Hausgeburten anbietet.

 

Vorbereitung ist das Wichtigste für eine Hausgeburt

Wer mit dem Gedanken spielt sein Kind Zuhause zu bekommen und das Glück hat eine Hebamme dafür gefunden zu haben, der sollte sich besonders gründlich vorbereiten. Dazu gehören:

  • Ausführliche Planung mit der bertreuenden Hebamme
  • Anmeldung in einer Klinik, die nicht weiter als 20 Minuten entfernt ist
  • Finanzielle Klärung der Kosten einer Hausgeburt (generell wird diese von der Krankenkasse übernommen. Es fallen jedoch Extrakosten an)
  • Gerade Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaften sollten in einer Klinik betreut werden
 

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