SpielplatzVerletzungsgefahr: Kinder sollten beim Rutschen nicht auf dem Schoß sitzen

Eine neue Studie belegt, dass das Risiko von Beinbrüchen steigt, wenn Kinder auf dem Schoß ihrer Eltern oder Geschwister rutschen.

Gefahr, wenn Kind auf dem Schoß der Mutter rutscht
Viele Eltern rutschen mit ihrem Kind auf dem Schoß, um es zu beschützen. Dabei ist das gefährlicher, als wenn die Kleinen allein rutschen würden
Foto: iStock

Laut amerikanischen Forschern steigt das Risiko für schwere Verletzungen bei Kleinkindern, wenn sie auf dem Schoß ihrer Eltern rutschen. Die Wissenschaftler haben die Daten - 12.700 dokumentierte Rutsch-Unfälle von Kindern bis 5 Jahren - auf der heutigen Konferenz der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde in Chicago (Illinois, USA) vorgestellt.

 

Knochenbrüche und Platzwunden bei Rutschunfällen

"Die häufigsten Verletzungen durch Rutschunfälle bei Kleinkindern sind Brüche der unteren Extremitäten. Die Hauptursache dafür ist, auf dem Schoß einer anderen Person zu rutschen", schreiben etwa Forscher der University of Iowa. Zu den Verletzungen gehören in erster Linie Schienbein- oder Unterschenkel-Brüche sowie Platzwunden bei den Kindern. Die entstehen, wenn die Kleinen mit einem Bein an der Rutsche hängen bleiben, der Schwung der zweiten Person sie aber weiterschiebt.

Sollen Eltern also auch Kleinkinder lieber alleine rutschen lassen? Ja! Rutscht ein Kind alleine, hat es weniger Schwung dabei - und somit wirken die Schubkräfte nicht so stark auf die Beine. (Artikel geht unter dem Video weiter!)

 

Viele Eltern wissen gar nicht, wie gefährlich das gemeinsame Rutschen für ihr Kind sein kann. In der Regel begleiten Eltern ihren Nachwuchs auf der Rutsche, um genau das Gegenteil zu bewirken: Sie wollen ihr Kind vor Verletzungen schützen. Dementsprechend sind besonders die Jüngsten gefährdet: Laut den vorgestellten Daten sind Ein- bis Zweijährige am häufigsten betroffen.

Doch was tun, wenn die Angst um das Kindeswohl beim Rutschen(lassen) zu groß ist? Experten raten, junge Kinder auf dem Bauch rutschen zu lassen. Dabei sollte es mit den Füßen zuerst rutschen. So landet das Kind entweder sicher mit den Füßen - oder aber mit dem Po auf dem Boden. Beides besser, als ein Knochenbruch oder eine Platzwunde.

 

Smartphone auf Spielplätzen: Ablenkung gefährdet Kinder

Übrigens: Experten warnen Eltern noch vor einer weiteren Komponente, die das Unfallrisiko von Kindern auf Spielplätzen erhöht: Smartphones! Ist die Aufsichtsperson zu sehr abgelenkt, kann sie sich nur unzureichend auf das Kind konzentrieren. Österreichische Experten haben die Auswirkungen jüngst in einer Untersuchung belegt. Demnach hat sich zwischen 2008 und 2015 die Zahl der Spielplatzunfälle bei unter Fünfjährigen verdreifacht - in knapp der Hälfte der Fälle war der Grund die Ablenkung durch das Smartphone.

Wie beim Autofahren gilt auch auf Spielplätzen: "Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus, um einen drohenden Sturz von der Schaukel oder das Einklemmen von Fingern auf der Wippe nicht rechtzeitig erkennen zu können", sagt Othmar Thann, Direktor des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

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(ww7)

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