Bonner ProfessorVirologe Hendrik Streeck: Dauerwelle statt zweite Corona-Welle

Eine zweite Corona-Welle? Der Virologe Hendrik Streeck glaubt nicht daran, warnt aber dennoch vor mehr Infektionen.

Inhalt
  1. Hendrik Streeck: "Wir sind in einer kontinuierlichen Welle"
  2. Streeck warnt vor weiteren Pandemien
  3. Virologe Streeck fordert eine Eingreiftruppe für Infektionen

Eine zweite oder auch dritte Welle der Corona-Pandemie wird es nach Schätzung des Virologen Hendrik Streeck nicht geben. Doch der 42-Jährige, der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn ist, glaubt an eine höhere Infektionsgefahr im Herbst - und äußerte sich auch zu den Plänen, die Schulen nach den Sommerferien wieder für alle zu öffnen.

 

Hendrik Streeck: "Wir sind in einer kontinuierlichen Welle"

Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAZ) sagte der Professor: "Ich glaube, wir sind in einer kontinuierlichen Welle. Einer Dauerwelle, die immer wieder hoch- und runtergeht." Dennoch rechnet Streeck mit mehr Infektionen gegen Ende des Jahres. "Das Infektionsgeschehen hängt aber wahrscheinlich vom Wetter ab und deshalb müssen wir im Herbst mit mehr Infektionen rechnen."

Auch zur Öffnung der Schulen nach den Sommerferien äußerte sich der Virologe. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Schüler stärker infektiös sind als Erwachsene. Es sieht eher so aus, dass sie weniger Viren übertragen." 

Virologe Hendrik Streeck: Dauerwelle statt zweite Corona-Welle!
Hendrik Streeck glaubt nicht an eine zweite Corona-Welle.
Foto: Imago Images
 

Streeck warnt vor weiteren Pandemien

Zwar schließt Streeck eine zweite Welle aus, warnt aber vor künftigen Pandemien, deren neue Erreger ebenso ansteckend sein könnten wie das neue Coronavirus oder ein schon bestehendes Virus könne sich verändern. "Sag niemals nie. Das kann passieren." Als Beispiel für ein bestehendes Virus nannte Streeck das u.a. in Afrika, Asien und Südamerika vorkommende Dengue-Fieber, das durch die Aedes-Mücke durch den Klimawandel bei uns heimisch werde könne. 

 

Virologe Streeck fordert eine Eingreiftruppe für Infektionen

Zudem fordert der HIV-Forscher, dass "man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss", in dem man etwa "ein Emergency Response Team der WHO" bilde. Damit meint der Virologe eine Einheit, "die weltweit Infektionen eindämmen kann". Außerdem wünscht sich der Professor eine bundesweite Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten in Deutschland. "Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder." 

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