PigmentstörungVitiligo - So kommt es zu der Weißfleckenkrankheit

Oft beginnt Vitiligo mit einem einzigen weißen Fleck, schnell verteilen sich viele Hunderte über die gesamte Hautoberfläche. Die Folge: Ein landkartenartiges Muster, das nicht selten Assoziationen mit der Haut einer Kuh oder eines Zebras hervorruft. Wir erklären dir, wie es zu der Weißfleckenkrankheit kommt.

Inhalt
  1. Vitiligo ist nicht ansteckend
  2. Mangel an Melanin 
  3. Die Ursache der weißen Flecken? Unbekannt
  4. So wichtig ist Sonnenschutz
  5. Die Behandlung: Teuer und nicht bei allen Patienten wirksam
  6. Wunderschön trotz Hautkrankheit
 

Vitiligo ist nicht ansteckend

Das schlimmste sind die Blicke der Anderen - wenn sie sich abwenden, blöde Fragen stellen oder einfach nur starren. Die meisten Menschen wissen nicht, was hinter den weißen Flecken steckt. Sie haben Angst und meiden den Kontakt mit Betroffenen. Vitiligo ist nicht ansteckend und Vitiligo tut nicht weh. Es ist nicht heilbar, aber behandelbar.

 

Mangel an Melanin 

In der Haut stecken Zellen (Melanozyten), die das Hautpigment Melanin bilden und gleichzeitig die Haut färben. In der Sonne bilden Melanozyten verstärkt Melanin. Die Haut bräunt sich und schützt sich selbst vor den schädlichen UV-Strahlen. Wer an der Weißfleckenkrankheit erkrankt, dessen Haut produziert an manchen Stellen kein Melanin mehr. Die Haut bleibt weiß.

Wann Pigmentflecken gefährlich sind

 

Die Ursache der weißen Flecken? Unbekannt

Ärzte vermuten, dass hinter der Erkrankung eine autoimmune Ursache stecken könnte. Das Immunsystem kann nicht mehr zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen unterscheiden und greift fälschlicherweise, die für die Färbung der Haut verantwortlichen Melanozyten an. Diese Theorie würde zumindest erklären, warum sich in rund 1/3 aller Fälle, die Krankheit innerhalb der Familie häuft. An Vitiligo kann jeder erkranken. Oft geht die Erkrankung mit anderen Autoimmunerkrankungen, wie einer Schilddrüsenfunktionsstörung oder Diabetes mellitus einher.

In einem Punkt sind sich die Experten einig: Wer unter emotionalem Stress leidet, hat vermehrt mit der Weißfleckenkrankheit zu kämpfen. Schwere Sonnenbrände und Hautverletzungen begünstigen ebenfalls den Verlauf der Hauterkrankung

Entweder das Gesicht oder ganze Körper

Die Pigmentierung kann komplett fehlen oder ist nur eingeschränkt zu beobachten. Bei der idealisierten Form der Weißfleckenkrankheit, beschränkt sich die Krankheit auf einzelne Hautbereiche. Vergleichen lassen sich diese Auswirkungen mit Narben, die in Folge von Schnittverletzungen entstehen. Bei der generalisierten Form, also der Form, die den gesamten Körper betrifft, unterscheidet man zwischen zwei Arten. Wer unter Vitiligo akrofazialis leidet, dessen Gesicht weisen landkartenartige weiße Bereiche, primär um Mund und Augen auf. Am häufigsten ausgeprägt ist jedoch: Vitiligo Vulgaris. Hier bilden sich weiße, unregelmäßige Flecken auf der gesamten Hautoberfläche. Nicht selten sind auch Schleimhaut und behaarte Stellen, wie z. B. Kopfhaut und Augenbrauen betroffen.

 

So wichtig ist Sonnenschutz

Die von Vitiligo betroffenen Stellen verlieren ihren natürlichen Sonnenschutz. Diese Areale bräunen sich nicht. Umso wichtiger ist es, von außen einem möglichen Sonnenbränden entgegenzuwirken: Immer zu Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor greifen, schützende Kleidung tragen und längere Aufenthalte in der prallen Sonne vermeiden.

 

Die Behandlung: Teuer und nicht bei allen Patienten wirksam

Vitiligo ist nicht heilbar, aber behandelbar. Welche Threapie wie anschlägt, ist von Fall zu Fall verschieden. Bei der Phototherapie wird der ganze Körper über mehrere Monate hinweg mit UV-Licht bestrahlt. Man hofft, dass sich die weißen Flecken so dunkler färben. Bei der PUVA-Therapie wird die Haut zunächst mit einer Substanz eingecremt, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen soll. Anschließend wird die Haut mit UV-A bestrahlt. In vielen Fällen setzen die Ärzte Cremes, die Cortison oder ähnlich wirkende Substanzen enthalten, ein. Grundsätzlich gilt: Je eher mit der Therapie begonnen wird, desto größer ist die Chance, den Krankheitsverlauf eindämmen zu können.

Nicht bei allen Patienten sind die Therapien gleich wirksam. Zudem sind sie zeitaufwendig und werden noch immer nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Obwohl es sich in den meisten Fällen um mehr als nur um ein kosmetisches Problem handelt, wird die Schwere der psychischen Belastung selten erkannt.

Kleine, weiße Flecken auf der Haut - woher kommen sie?

 

Wunderschön trotz Hautkrankheit

Die Blicke der Anderen. Es ist wie ein immer wiederkehrender Kreislauf. Wer sich darin verfängt, geht unnötigen Stress ein und riskiert weitere Flecken. Die einzige Lösung scheint so banal und ist doch so schwer. Nur die wenigsten können ihre Krankheit akzeptieren. Das amerikanische Nachwuchsmodel Chantelle Brown-Young hat es geschafft. Auch sie litt jahrelang unter der Weißfleckenkrankheit, musste sich Beschimpfungen wie „Kuh“ oder „Zebra“ gefallen lassen. Jetzt schlägt sie zurück. Und zeigt allen, was in ihr steckt. „Wir sind nicht anders. Es ist nur die Haut. Manche Menschen sind schwarz, andere braun, ich bin beides.“

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